Staatseinstieg bei Peugeot trotz Abschreibung kein Thema

Freitag, 8. Februar 2013, 13:28 Uhr
 

Paris (Reuters) - Ein Einstieg des französischen Staates beim angeschlagenen Autobauer PSA Peugeot Citroen steht nach Angaben des Finanzministeriums nicht auf der Tagesordnung.

Die jüngste Milliardenabschreibung beeinträchtige weder die Kreditwürdigkeit noch die Liquidität des Konzerns, verlautete am Freitag aus dem Ressort. Der für den Haushalt zuständige Staatssekretär Jerome Cahuzac hatte dagegen gesagt, eine Beteiligung sei möglich. "Dieses Unternehmen darf und kann nicht verschwinden", sagte Cahuzac im Sender BFM. Man müsse alles Nötige tun, damit Peugeot überlebe.

Der Konzern hat besonders mit der Schuldenkrise in Südeuropa zu kämpfen und musste am Donnerstag 4,1 Milliarden Euro abschreiben. Aus dem Finanzministerium verlautete, die Abschreibung mache keine Kapitalerhöhung notwendig. Auch beim französischen Staatsfonds FSI hieß es, eine Beteiligung an dem Konzern sei im Moment kein Thema. Nach Angaben des Finanzministeriums hat der Sanierungsplan und die Zusammenarbeit mit General Motors für das Unternehmen Vorrang.

Im Januar hatten die Firmen eine weitreichende Kooperation bei der Fahrzeugentwicklung bekanntgegeben. Dabei gibt die angeschlagene GM-Tochter Opel zwei wichtige Projekte in die Hände seines französischen Partners: Zwei neue Plattformen - eine für kompakte Familienwagen in der Größe des Opel Zafira und eine für Autos im Segment des erfolgreichen Opel Meriva - sollen auf der Peugeot-Technik basieren. Opel leidet unter ähnlichen Problemen wie Peugeot. GM will deswegen sparen und die Fahrzeugproduktion im Werk Bochum spätestens 2016 einstellen.

 
A salesman speaks with a customer next to a Peugeot car at a dealership in Marseille February 1, 2013. REUTERS/Jean-Paul Pelissier (FRANCE - Tags: TRANSPORT BUSINESS)