Widerstand gegen Dell-Übernahme wächst

Samstag, 9. Februar 2013, 13:05 Uhr
 

New York (Reuters) - Der Widerstand gegen die geplante Milliarden-Übernahme des PC-Herstellers Dell durch ein Konsortium um Firmengründer und Chef Michael Dell wächst.

Mit Southeastern Asset Management kündigte ein Dell-Großaktionär am Freitagabend an, die Offerte wegen des zu niedrigen Kaufpreises abzulehnen. Der in Memphis ansässige Fonds hält 8,5 Prozent an Dell. Aus gut informierten Kreisen verlautete zudem, mindestens drei weitere Großaktionäre lehnten die Offerte ebenfalls ab. Dell bekräftigte in Reaktion auf die Mitteilung von Southeastern, das Direktorium sei der Meinung, dass die vorgeschlagene Transaktion im besten Interesse der Aktionäre sei. Kreisen zufolge lehnt Dell eine Aufstockung der Offerte ab.

Insider sagten, das Käuferkonsortium gehe davon aus, dass der angebotene Preis von 13,65 Dollar einen angemessen Aufschlag auf den Aktienkurs nach Vorlage der jüngsten Dell-Quartalszahlen am 15. November nach Börsenschluss beinhalte. Am 16. November hatten Dell-Aktien bei 8,86 Dollar geschlossen. Mittlerweile notieren die Titel bei 13,63 Dollar.

Bei den Investoren, die wie Southeastern gegen die Offerte sind, handelt es sich Insidern zufolge um Harris Associates LP, Yacktman Asset Management LP, Pzena Investment Management LLC. Zusammen halten die Investoren 3,3 Prozent an Dell. Richard Pzena von Pzena Investment Management sagte, der Kaufpreis sollte auf jeden Fall über 20 Dollar je Aktie liegen. Ansonsten sollte sich Dell nach Alternativen umsehen. Die anderen beiden Investoren waren zunächst nicht zu erreichen. Southeastern ist der Ansicht, dass Dell 24 Dollar je Aktie wert ist. Insgesamt haben nun Anteilseigner, die fast 14 Prozent der verfügbaren Aktien halten, angekündigt, den Plan von Michael Dell nicht mitzutragen.

Zusammen mit dem Softwarekonzern Microsoft und dem Finanzinvestor Silver Lake will Firmenchef Dell die Kontrolle über seinen angeschlagenen Computerkonzern zurückgewinnen und im Rahmen eines 24,4 Milliarden Dollar schweren Geschäfts von der Börse nehmen. Dieser Schritt würde Dell die Möglichkeit geben, den einstigen Branchenprimus fern der Öffentlichkeit zu sanieren. Die Transaktion wäre der größte Private-Equity-Deal seit der Finanzkrise.

 
A man wipes the logo of the Dell IT firm at the CeBIT exhibition centre in Hannover February 28, 2010. REUTERS/Thomas Peter