Papst tritt wegen nachlassender Kräfte zurück

Montag, 11. Februar 2013, 13:11 Uhr
 

Vatikan-Stadt (Reuters) - Papst Benedikt XVI. wird nach fast acht Jahren an der Spitze der römisch-katholischen Kirche Ende Februar sein Amt niederlegen.

Nachdem er wiederholt sein Gewissen vor Gott geprüft habe, sei er zur Gewissheit gelangt, "dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben", heißt es in einer am Montag von Radio Vatikan veröffentlichten Erklärung, die der Papst während des Konsistoriums, der Kardinalsversammlung, verlesen hatte.

"Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird." In Zukunft wolle er der Heiligen Kirche Gottes durch ein Leben im Gebet dienen.

Der 85-jährige war im April 2005 zum Papst gewählt worden. Zuvor war der Deutsche als Joseph Kardinal Ratzinger Präfekt der Glaubenskongregation. In der Geschichte der römisch-katholischen Kirche war zuvor mit Coelestin V. 1294 erst ein Papst freiwillig von dem Amt zurückgetreten. Er war nur etwa fünf Monate Papst.

BUNDESREGIERUNG ZOLLT PAPST BENEDIKT RESPEKT

Die Bundesregierung sprach dem Papst ihren Respekt für die Entscheidung aus. Als Christ und zumal als Katholik sei er bewegt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Papst Benedikt habe in seiner fast achtjährigen Amtszeit seine ganz persönliche Handschrift als Denker und Hirte eingebracht. Die Bundesregierung habe den allerhöchsten Respekt vor seiner Lebensleistung. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte sich am Nachmittag persönlich zu der Ankündigung äußern.

Papst Benedikt war 2005 in einem kurzen Konklave nach nur 26 Stunden im vierten Wahlgang zum 265. Papst gewählt worden. Er folgte auf Papst Johannes Paul II., als dessen rechter Hand er jahrelang galt. Seine Heimat Deutschland besuchte er als Papst dreimal. Geboren wurde er als Joseph Alois Ratzinger am 16. April 1927 in Marktl am Inn.