Nordkorea löst mit Atomtest weltweite Proteste aus

Dienstag, 12. Februar 2013, 13:04 Uhr
 

Seoul (Reuters) - Nordkorea hat am Dienstag unter Missachtung mehrerer UN-Resolutionen und internationaler Warnungen zum dritten Mal einen Atomtest ausgeführt.

Die staatliche Nachrichtenagentur KNCA meldete, der Versuch habe eine deutlich größere Sprengkraft gehabt als die beiden vorherigen Tests in den Jahren 2006 und 2009. Experten schätzten die Wirkung auf ein Drittel der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. International wurde das Vorgehen des weitgehend isolierten Landes scharf kritisiert. Noch für Dienstag wurde ein Dringlichkeitstreffen des UN-Sicherheitsrats einberufen. Dabei dürften weitere Strafmaßnahmen gegen Nordkorea auf der Tagesordnung stehen.

NORDKOREA SETZT SICH ÜBER APPELLE UND MAHNUNGEN HINWEG

Mit dem Atomtest ignorierte die Führung Nordkoreas alle Mahnungen der internationalen Gemeinschaft, die sich dadurch provoziert fühlt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte den Test eine "deutliche und ernsthafte Verletzung" der UN-Resolutionen. US-Präsident Barack Obama sprach von einer starken Provokation und einer Gefährdung des Weltfriedens. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bezeichnete den Atomwaffentest als ernsthafte Gefahr, die nicht toleriert werden könne. China erneuerte seine Forderung nach einer atomwaffenfreien Zone auf der koreanischen Halbinsel und appellierte an Nordkorea, sich an die Abmachung zu halten, auf Atomtechnik zu verzichten. Zugleich rief die Führung in Peking alle Betroffenen auf, besonnen zu bleiben und die Probleme im Dialog zu lösen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle bezeichnete den Atomtest als einen erneuten eklatanten Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Jetzt müssten weitere Sanktionen ins Auge gefasst werden.

TEUFELSKREIS AUS PROVOKATIONEN UND SANKTIONEN

"Das ist ein endloser Teufelskreis", sagte Shen Dingli, Professor an der Shanghaier Fudan-Universität. Je mehr Raketen Nordkorea startet und Atomtests ausführt desto mehr und schärfere Sanktionen würden verhängt. Viel dürfte dabei aber nicht mehr möglich sein, denn gegen kein Land sind mehr Sanktionen in Kraft als gegen Nordkorea.

Verschlechtern dürften sich die Beziehungen Nordkoreas zu seinem einzigen wichtigen Verbündeten China. "Der Test ist beleidigend für die Volksrepublik. Es kann damit gerechnet werden, dass China nun die Umsetzung von Sanktionen wahrmacht", sagte Mark Fitzpatrick vom Internationalen Institut für Strategische Studien.

Die Börsen in Asien hat der Atomtest kaum beeindruckt. Die Nachricht sorgte zwar kurzzeitig für Verunsicherung, konnte dem allgemeinen Aufwärtstrend jedoch nichts anhaben. Der Dollar als Risikoabsicherung konnte leicht profitieren.

STÄRKE DES ATOMTEST BEI SIEBEN KILOTONNEN   Fortsetzung...

 
A South Korean soldier (C) looks back as his colleague soldiers march during a military drills near the demilitarized zone separating North Korea from South Korea, in Paju, north of Seoul February 12, 2013. North Korea conducted its third nuclear test on Tuesday in defiance of U.N. resolutions, angering the United States and Japan and prompting its only major ally, China, to call for calm. REUTERS/Lee Jae-Won (SOUTH KOREA - Tags: MILITARY POLITICS) - RTR3DO9W