Opel Mutter GM weitet Verlust in Europa aus

Donnerstag, 14. Februar 2013, 14:32 Uhr
 

Detroit (Reuters) - Opel wird für seine Mutter General Motors immer mehr zum Bremsklotz.

Der US-Autobauer wies zwar am Donnerstag für das vierte Quartal einen Anstieg des Nettogewinns zum Vorjahr von 47 Prozent auf 892 Millionen Dollar aus. Das Ergebnis fiel aber schwächer aus als erwartet. Vor allem das seit Jahren defizitäre Europa-Geschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall lastet zunehmend auf der Bilanz. Hier weitete sich der Verlust auf 699 Millionen Dollar aus. Auch die Aussichten für 2013 beurteilt das Management skeptisch. Er würde nicht darauf wetten, dass es noch in diesem Jahr zu einer Erholung des kriselnden Automarktes in Europa komme, sagte Finanzchef Dan Ammann. GM bekräftigte aber das Ziel, Mitte des Jahrzehnts in Europa die Gewinnzone zu erreichen.

Vor allem dank guter Geschäfte auf dem florierenden Heimatmarkt steigerte GM den Umsatz im vierten Quartal um drei Prozent auf 39,3 Milliarden Dollar. Die positive Entwicklung setzte sich dort zuletzt fort. Im Januar wuchs der Absatz auf dem nach China zweitgrößten Automarkt der Welt um 16 Prozent. Insbesondere PS-starke Modelle wie der Pick-up-Truck "Silverado" waren bei den US-Kunden gefragt. Auch in China laufen die Geschäfte rund.

Im Gesamtjahr sank der Gewinn allerdings um rund 35 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Dabei machten dem Konzern neben negativen Steuereffekten in den USA wie auch seinem heimischen Erzrivalen Ford vor allem die Absatz-Krise in Europa zu schaffen. Hier hat GM seinen Betriebsverlust 2012 auf 1,8 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Er lag damit am oberen Ende der prognostizierten Spanne. Auch Ford hatte im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Dollar im Europa-Geschäft verloren. Für dieses Jahr rechnet der GM-Rivale gar mit einem Minus von rund zwei Milliarden Dollar.

Wie Ford versucht auch GM mit einem harten Sparkurs in Europa gegenzusteuern. Im vergangenen Jahr wurden europaweit 2600 Stellen abgebaut, vor allem in Deutschland. Derzeit verhandelt GM mit den Arbeitnehmervertretern über ein neues Sparpaket bei Opel. Dabei sind die Fronten aber verhärtet. Das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen will die Fahrzeugproduktion in Bochum Ende 2016 dichtmachen. Davon betroffen sind 3000 Jobs. Wenn die Arbeitnehmer dem zustimmen, sollen die Arbeitsplätze an allen anderen Werken gesichert werden. Am Freitag und Samstag sollen die Gespräche darüber in Düsseldorf fortgesetzt werden. Opel macht die Absatzflaute in Südeuropa zu schaffen, auch weil dem Unternehmen ein Vordringen in andere, lukrativere Regionen von der Konzernmutter weitgehend verwehrt wird.

 
A sign of Opel is pictured during a press presentation prior to the Essen Motor Show in Essen November 30, 2012. About 600 exhibitors will present their latest developments at the Essen trade fair from December 1 until December 9, 2012. REUTERS/Ina Fassbender (GERMANY - Tags: TRANSPORT SOCIETY) - RTR3B2B0