Deutsche Industrie beschleunigt zum Jahresende Personalabbau

Freitag, 15. Februar 2013, 09:54 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Wegen der Konjunkturdelle hat die deutsche Industrie ihren Jobabbau Ende 2012 beschleunigt.

Die Zahl der Beschäftigten in größeren Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes sank von November auf Dezember um rund 21.000 auf 5,22 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im Jahresdurchschnitt 2012 schaffte die Industrie zwar 124.000 neue Stellen und erreichte im September den Höhepunkt von 5,26 Millionen Jobs. Seitdem gingen jedoch rund 40.000 Arbeitsplätze verloren. Dies hatten zuletzt auch andere Konjunkturbarometer wie die Markit-Umfragen signalisiert. Die exportorientierte Industrie spürt die Rezession im Euro-Raum deutlicher als die Dienstleister. Die gesamte Wirtschaft war im Schlussquartal 2012 um 0,6 Prozent geschrumpft und damit so stark wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr.

Die Industriebetriebe mit 50 oder mehr Beschäftigten schraubten ihren Auslandsumsatz im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent nach oben. Für das Wachstum sorgten allerdings ausschließlich Umsätze im Geschäft außerhalb der Euro-Zone, wo es mit sechs Prozent nach oben ging. Die Erlöse mit den Handelspartnern in Währungsraum sanken hingegen um 3,7 Prozent. Viele Euro-Länder wie Spanien, Italien, Portugal und Griechenland stecken tief in der Rezession.

Für 2013 erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dass die gesamte Wirtschaft im Zuge der moderaten Erholung rund 150.000 neue Jobs schafft.

 
A worker controls a tapping of a blast furnace at Europe's largest steel factory of Germany's industrial conglomerate ThyssenKrupp AG in the western German city of Duisburg December 6, 2012. REUTERS/Ina Fassbender (GERMANY - Tags: BUSINESS INDUSTRIAL)