81 Tote bei Bombenanschlag in Pakistan

Sonntag, 17. Februar 2013, 14:56 Uhr
 

Quetta (Reuters) - Bei einem schweren Bombenanschlag in Pakistan sind am Wochenende 81 Menschen getötet worden.

Die Explosion ereignete sich am Samstag in Quetta in der Nähe des wichtigsten Basars. Die meisten Toten waren Hazaras, eine aus Afghanistan stammende Minderheit schiitischen Glaubens. Zu dem Anschlag bekannte sich die sunnitische Extremistengruppe Lashkar-e-Jhangvi (LeJ), die von einheimischen Geheimdiensten als zunehmende Bedrohung für die Stabilität in der Region angesehen wird.

Der Vorfall schürte die Kritik an der Regierung, zu wenig gegen sunnitische Extremisten zu tun oder diese sogar zu unterstützen. "Der Terrorangriff auf die schiitische Hazara-Gemeinschaft zeigt das Scheitern der Geheimdienste und Sicherheitskräfte", sagte am Sonntag der Gouverneur von Baluchistan, Nawab Zulfiqar Ali Magsi. Quetta ist die Hauptstadt der Provinz nahe der afghanischen Grenze. In Pakistan finden in wenigen Monaten Parlamentswahlen statt.

Die Hazara-Gemeinschaft forderte ein entschiedenes Vorgehen gegen die LeJ und warnte davor, dass die religiöse Gewalt außer Kontrolle geraten könnte. "Wir geben der Regierung 48 Stunden, die Täter festzunehmen. Danach werden massive Proteste beginnen", sagte der Vizepräsident der Demokratischen Hazara-Partei, Aziz Hazara. Allein im vergangenen Jahr starben mehr als 400 Schiiten in Pakistan.

SUCHE NACH TOTEN IN TRÜMMERN

Einen Tag nach dem verheerenden Bombenanschlag suchten Angehörige nach Überlebenden in den Trümmern. Blutspuren waren überall zu sehen, 20 Schwerverletzte wurden in Krankenhäuser behandelt. Es gab einen Aufruf, Blut zu spenden. Erwartet wurde, dass die Totenzahl weiter steigt. Die meisten Läden in Quetta blieben am Sonntag geschlossen.

Bereits im Januar waren in Quetta bei einer Bombenexplosion fast 100 Menschen getötet worden. Auch zu diesem Anschlag hatte sich damals die Gruppe Lashkar-e-Jhangvi bekannt, die einen Gottesstaat errichten will. Die wachsenden Spannungen zwischen den islamischen Gruppen bedrohen zunehmend die innere Sicherheit des Landes, das über Atomwaffen verfügt. Dies erhöht den Druck auf die von den USA unterstützte Regierung, die bereits gegen Al-Kaida und Taliban vorgehen muss.

 
People inspect the site of Saturday's bomb attack in a Shi'ite Muslim area in the Pakistani city of Quetta February 17, 2013. A provincial official criticized Pakistani security forces on Sunday after a bombing targeting the Shi'ite Hazara community killed 80 people in the northwestern city of Quetta. REUTERS/Naseer Ahmed (PAKISTAN - Tags: CIVIL UNREST CRIME LAW POLITICS RELIGION)