Correa in Ecuador als Präsident wiedergewählt

Montag, 18. Februar 2013, 08:11 Uhr
 

Quito (Reuters) - Sieger der Präsidentenwahl in Ecuador ist Amtsinhaber Rafael Correa.

Der 49-Jährige erhielt am Sonntag vorläufigen Ergebnissen zufolge etwa 57 Prozent der Stimmen. Damit lag der charismatische Linke klar vor seinem ärgsten Widersacher, dem Ex-Banker Guillermo Lasso, der auf lediglich 24 Prozent kam, wie die Wahlbehörde nach Auszählung von fast 40 Prozent aller Stimmzettel mitteilte.

Correa erklärte sich umgehend zum Gewinner der Wahl. "Niemand kann diese Revolution stoppen", rief er seinen jubelnden Anhängern von einem Balkon des Präsidentenpalasts in Quito aus zu. "Die Kolonialmächte geben nicht mehr den Ton an. Ihr könnt Euch sicher sein, dass die Ecuadorianer diese Revolution kontrollieren." Seinen Sieg widmete Correa dem an Krebs erkrankten venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez, dessen enger Verbündeter er ist. "Wir schreiben Geschichte, wir bauen unsere Heimat, die Ecuador ist, und die große Heimat, die Lateinamerika ist", sagte Correa.

CORREA KÜNDIGT SCHRITTE GEGEN MEDIEN AN

Es wird davon ausgegangen, dass der in den USA ausgebildete Ökonom seine sozialistische Agenda weiter vorantreibt und die staatliche Kontrolle über die Wirtschaft des ölreichen Landes verschärft. Im Streit mit Ölkonzernen setzte er 2010 neue Verträge durch, die Ecuador einen größeren Anteil an den Bodenschätzen des Landes sicherten. Auch dürfte Correa wie seit seinem Machtantritt im Jahr 2007 die Sozialausgaben in dem südamerikanischen Land weiter erhöhen, um bei einkommensschwachen Familien zu punkten.

Kritiker werfen ihm dagegen vor, Investoren aus dem Land zu vergraulen und gegnerische Stimmen zu unterdrücken. Bestätigt fühlen dürften sie sich durch Ankündigungen Correas am Sonntag. "Eine Sache, um die wir uns kümmern müssen, ist eine unethische und skrupellose Presse, die urteilen, Gesetze erlassen und regieren will", sagte der Präsident, der zuletzt auch Schlagzeilen machte, als er WikiLeaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London gewährte.

 
(L-R) Carmen Delgado, mother of Ecuador's President Rafael Correa; Correa, his son Miguel Correa Malherb, his daughter Dominique Correa Malherb and his wife Anne Malherbe, react after hearing the elections results at Carondelet Palace in Quito February 17, 2013. REUTERS/Gary Granja