Anlegerschützer stellt Strafanzeige gegen Novartis-Präsident

Montag, 18. Februar 2013, 15:18 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die millionenschwere Abgangszahlung für Novartis-Präsident Daniel Vasella hat ein juristisches Nachspiel.

Der Zürcher Anwalt und Anlegerschützer Hans-Jacob Heitz reichte am Montag Strafanzeige gegen Vasella, den Vergütungsausschuss des Verwaltungsrates und den Schweizer Pharmakonzern insgesamt ein. "Das Hauptärgernis ist für mich, dass man die Rechte der Aktionäre unterlaufen hat", sagte Heitz. Der Basler Pharmariese habe versucht, die Zahlung von bis zu 72 Millionen Franken an den Aktionären vorbeizuschmuggeln.

Vasella bestätige am Freitag Medienberichte, dass er über sechs Jahre jeweils zwölf Millionen Franken erhält. Bedingung sei, dass er nicht für ein Konkurrenzunternehmen arbeite und Novartis berate. Die Ankündigung führte in der Schweiz zu einem Sturm der Entrüstung und könnte einer in knapp zwei Wochen stattfindenden Volksabstimmung zur Begrenzung von Managergehältern zum Sieg verhelfen.

Heitz erklärte, seine Strafanzeige beziehe sich unter anderem auf ungetreue Geschäftsbesorgung und unwahre Angaben im kaufmännischen Gewerbe. "Im Aktienrecht gibt es die Bestimmung, dass Vergütungen jeder Art gegenüber dem Aktionär in der Bilanz offen gelegt werden müssen. Das hat nicht stattgefunden."

Deshalb habe er die Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Basel Stadt eingereicht. Hinter ihm stünden mehrere Privatanleger. Zu den Erfolgsaussichten sagte er, die Untersuchungsbehörden würden sich sehr schwer tun mit diesen eher vage formulierten Straftatbeständen. "Es steht und fällt mit der Haltung der Basler Staatsanwaltschaft. Die kann das mit einem Federstrich vom Tisch wischen." Novartis wollte sich vorerst zur Strafanzeige nicht äußern.

 
Daniel Vasella Chairman of Novartis attends the annual meeting of the World Economic Forum (WEF) in Davos January 25, 2013. REUTERS/Denis Balibouse (SWITZERLAND - Tags: POLITICS BUSINESS HEALTH) - RTR3CY04