Bundesbank: Deutsche Banken lösen sich vom Tropf der EZB

Montag, 18. Februar 2013, 15:17 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die deutschen Banken haben rund 20 Milliarden Euro aus der Finanzspritze der Europäische Zentralbank (EZB) bei erster Gelegenheit zurückgegeben.

Wie aus am Montag veröffentlichten Daten der Bundesbank hervorgeht, hatten sich die Institute Ende Januar nur noch 49,5 Milliarden Euro bei der EZB geliehen, 23,6 Milliarden weniger als einen Monat zuvor. Langfristige Kreditlinien von einem Monat bis zu drei Jahren wurden um 20,6 Milliarden Euro weniger genutzt. Die EZB hatte den Banken in Europa Anfang 2012 in zwei Tranchen mehr als eine Billion Euro geliehen, um ihnen in der Euro-Schuldenkrise unter die Arme zu greifen. Allein die Commerzbank hatte Ende Januar zehn Milliarden Euro getilgt. Deutsche Banken können sich inzwischen günstiger am Geldmarkt finanzieren als zu den 0,75 Prozent, die die Notenbank ihnen abverlangt.

Von den ersten rund 500 Milliarden waren nach einem Jahr europaweit 137 Milliarden Euro zurückgegeben worden. Die neuen Daten der EZB und der nationalen Notenbanken zeigen aber, wie unterschiedlich stark die Institute in den Euro-Kernländern wie Deutschland, Frankreich und Belgien einerseits und die Banken am Rand der Euro-Zone noch am Tropf der EZB hängen. Das macht es der EZB schwer, die richtigen Leitzinsen für die gesamte Euro-Zone festzulegen.

Die französischen Banken reduzierten ihre Kreditlinien bei der EZB Ende Januar um rund 26 Milliarden auf 152,7 Milliarden Euro, belgische Institute gaben fast elf Milliarden von 40 Milliarden Euro zurück. Dagegen stiegen die Ausleihungen italienischer Banken bei der EZB im Januar noch: auf 274 von 272 Milliarden Euro. Größte Gläubiger der EZB sind weiterhin die spanischen Banken, auf die mehr als ein Drittel aller Notenbank-Kredite an die Branche entfällt. Sie reduzierten ihre Kreditlinien nur um elf Milliarden auf 346 Milliarden Euro.