Armeniens Präsident wiedergewählt - Opposition klagt über Betrug

Dienstag, 19. Februar 2013, 10:46 Uhr
 

Eriwan (Reuters) - Der armenische Präsident Sersch Sargsjan ist wiedergewählt worden.

Die Wahlkommission bestätigte am Dienstag den Sieg des 58-Jährigen, der damit eine weitere Amtszeit von fünf Jahren antreten kann. Nach vorläufigen Ergebnissen kam Sargsjan auf 58,6 Prozent der Stimmen. Auf seinen stärksten Konkurrenten Raffi Howannisian entfielen demnach knapp 37 Prozent. Die Wahl in der früheren Sowjetrepublik im Kaukasus verlief weitgehend gewaltfrei. Der Polizei wurden allerdings 70 Fälle von Wahlbetrug und anderen Unregelmäßigkeiten gemeldet. Auch die Opposition beklagte in einigen Fällen Benachteiligungen. Es gab aber keinen Hinweis darauf, dass sie das Ergebnis anfechten will.

Wahlbeobachter hatten kritisch angemerkt, dass die Opposition keinen ernstzunehmenden Kandidaten aufgestellt hatte. Zudem ließ ein Anschlag auf einen Kandidaten im Wahlkampf nach unruhigen Jahren und Kriegszeiten neue Angst vor Gewalt aufkommen. Bei der Abstimmung vor fünf Jahren wurden zehn Menschen bei Unruhen getötet. Zwischen Armenien und dem Nachbarland Aserbaidschan schwelt seit Jahren ein Streit über die von beiden Seiten beanspruchte Region Nagorny Karabach. Die Spannungen sind immer noch eine Gefahr für den Frieden in der Region, durch die Öl- und Gas-Pipelines vom Kaspischen Meer nach Europa führen. Etwa ein Drittel der 3,2 Millionen Armenier lebt unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenquote liegt bei 16 Prozent.