Amazon feuert nach Vorwürfen zweiten Dienstleister

Dienstag, 19. Februar 2013, 12:11 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Als Reaktion auf den Vorwurf unwürdiger Arbeitsbedingungen hat der Internet-Versandhändler Amazon.com die Kooperation mit einem zweiten Unternehmen beendet.

Der US-Konzern kündigte dem Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und Einsatz der Sicherheitskräfte verantwortlich gewesen sei. Dem umstrittenen Sicherheitsdienst hatte er bereits gekündigt. "Amazon ist verantwortlich dafür, dass alle Beschäftigten unserer Logistikzentren jederzeit sicher sind und mit Respekt und Würde behandelt werden", erklärte der Konzern am späten Montagabend. Die Einhaltung dieses Standards durch den Dienstleister sei eindeutig nicht gelungen. Amazon nehme die Vorwürfe sehr ernst.

Die ARD hatte berichtet, ausländische Mitarbeiter von Amazon seien von dem Sicherheitsdienst H.E.S.S. auf Schritt und Tritt kontrolliert worden. Die Firma soll demnach Kontakte in die Neonazi-Szene haben, was diese zurückwies. Der Internetkonzern stand bereits in der Vergangenheit wegen der Arbeitsbedingungen in der Kritik. So kämpft die Gewerkschaft Verdi schon seit längerem um gleiche Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter. Amazon waren in dem Bericht menschenunwürdige Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern aus Spanien und Polen in seinem Versandlager im hessischen Bad Hersfeld vorgeworfen worden. Auch seien die Sozialbeiträge für die Beschäftigten nicht korrekt abgeführt worden. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen drohte der Leiharbeitsfirma mit Konsequenzen.

 
A driver delivers two packages from Amazon.com in Boston, Massachusetts in this July 26, 2011 file photo. REUTERS/Brian Snyder (UNITED STATES - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT) - RTR3D4U6