Lufthansa streicht Dividende - Aktie bricht ein

Mittwoch, 20. Februar 2013, 12:42 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Sparkurs der Lufthansa erreicht die Aktionäre. Für das abgelaufene Jahr behält Deutschlands größte Airline die Dividende ein.

Für 2011 hatte die Lufthansa noch 25 Cent je Anteilschein ausgeschüttet. Es sei momentan wichtiger, alle verfügbaren Mittel ins Unternehmen zu investieren, begründete Konzernchef Christoph Franz die Streichung der Dividende. Anleger reagierten verschnupft: Die Aktie der Kranich-Linie brach am Mittwochmorgen um rund fünf Prozent 15,20 Euro ein und war damit größter Dax-Verlierer.

Franz hält das Geld zusammen, um die Flotte zu erneuern. So soll die Flugzeug-Einkaufstour deutlich größer ausfallen als bislang geplant. Die Lufthansa beabsichtige, zusätzlich 108 neue Flugzeuge zum Listenpreis von rund neun Milliarden Euro zu bestellen. Die Verhandlungen mit den beiden Herstellern Airbus und Boeing liefen derzeit. Der Aufsichtsrat müsse die Ordern aber noch absegnen. Zusammen mit den bereits bestellten Maschinen steckt die Lufthansa damit bis 2025 rund 23 Milliarden Euro in die Anschaffung 239 neuer Flugzeuge. Moderne Maschinen fliegen deutlich sparsamer als ältere und sind in Zeiten, in denen die Tankrechnung einer der größten Kostenposten in den Bilanzen der Airlines sind, von Vorteil.

Franz hat der Lufthansa vor einem Jahr ein umfangreiches Sparprogramm verordnet, mit dem das operative Ergebnis bis 2015 auf 2,3 Milliarden Euro gesteigert werden soll. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg: Im vergangen Jahr brach der operative Gewinn um ein Drittel auf 524 Millionen Euro ein. Wichtiger Pfeiler des Konzernumbaus ist der Abbau von Jobs: Die Kranich-Airline streicht nach frühern Angaben allein in Deutschland 2500 Verwaltungsstellen - weltweit fallen 3500 der knapp 17.000 Arbeitsplätze in dem Bereich weg. Rund um den Globus zählt die Lufthansa insgesamt 118.000 Mitarbeiter.