Britische Notenbank diskutiert über weitere Konjunkturspritze

Mittwoch, 20. Februar 2013, 17:50 Uhr
 

London (Reuters) - In der britischen Notenbank (BoE) ist überraschend früh eine Debatte über eine weitere Konjunkturspritze in Gang gekommen.

Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Zinssitzung hervorgeht, haben sich BoE-Gouverneur Mervyn King und zwei weitere Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses dafür ausgesprochen, das Staatsanleihenprogramm um 25 Milliarden auf 400 Milliarden Pfund auszuweiten. Sie konnten sich in dem Gremium jedoch nicht durchsetzen, auch wenn dort Staatsanleihenkäufe weiterhin generell als probates Mittel im Kampf gegen die Krise angesehen werden.

Weitere Ankäufe von Staatstiteln würden allerdings auch die Notenpresse stärker rotieren lassen, was der Inflation Vorschub leisten könnte. Die meisten Experten hatten daher die Chance auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik vorerst abgeschrieben, zumal King jüngst erklärt hatte, die Notenbank werde noch mindestens bis Anfang 2016 ihr Inflationsziel von zwei Prozent verfehlen. Dies gelte auch für den Fall, dass keine weiteren Konjunkturspritzen gesetzt würden. Die britische Wirtschaft dümpelt bereits seit zwei Jahren vor sich hin, die Notenbank erwartet weiter eine schleppende Erholung.

Obwohl sich der Notenbankchef mit seiner Position in der Sitzung am 6. und 7. Februar nicht durchsetzen konnte, erwarten Experten, dass es bei anhaltender Konjunkturschwäche noch dieses Jahr zu einem Stimmungsumschwung in dem Gremium kommen könnte. Obwohl King auch im Juni vorigen Jahres mit der Forderung nach einer Lockerung der Geldpolitik abblitzte, folgte ihm der Ausschuss bereits im Juli mit einer Ausweitung der Käufe um 50 Milliarden Pfund. Im Juli 2013 gibt seinen Posten ab: Dann wird der kanadische Notenbankchef Mark Carney den Chefstuhl einnehmen.

 
Mervyn King, Governor of the Bank of England, concentrates during a conversation at a meeting of G20 representatives with Russian President Vladimir Putin in the Kremlin February 15, 2013. REUTERS/Maxim Shemetov (RUSSIA - Tags: POLITICS BUSINESS)