Mindestens 53 Tote bei Bombenanschlag in Damaskus

Donnerstag, 21. Februar 2013, 18:05 Uhr
 

Beirut (Reuters) - Bei einem Bombenanschlag im Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Donnerstag nach Berichten des Staatsfernsehens 53 Menschen getötet worden.

Ein Selbstmordattentäter habe sich mit seinem Fahrzeug in der Nähe eines Gebäudes der regierenden Baath-Partei die Luft gesprengt, berichteten Staatsmedien. Sie machten Terroristen für die Tat verantwortlich; eine gängige Umschreibung für die Aufständischen. In der südlich gelegenen Stadt Deraa wurden bei einem Angriff der Luftwaffe nach Oppositionsangaben 18 Menschen getötet. In Kairo erklärte sich die oppositionelle Nationalkoalition bereit, unter Schirmherrschaft der USA und Russlands über ein Ende des Krieges zu verhandeln.

Durch die Explosion der Autobombe an einer Hauptstraße im Stadtteil Masraa seien 200 weitere Menschen verletzt worden, berichtete das Fernsehen. Oppositionellen zufolge handelte es sich bei den meisten Opfern um Zivilisten, unter ihnen auch Kinder. Der Gouverneur von Damaskus sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Tatfahrzeug habe zwischen einer und eineinhalb Tonnen Sprengstoff geladen gehabt. Die Explosion riss einen eineinhalb Meter tiefen Krater in die Straße. Ein Reporter des syrischen Fernsehens berichtete von 17 ausgebrannten und 40 zerstörten Autos. Nach dem Anschlag soll es in Damaskus weitere Explosionen gegeben haben.

Das Parteigebäude ist etwa 200 Meter von der russischen Botschaft entfernt. Nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass gingen in der diplomatischen Vertretung Fensterscheiben zu Bruch. Das Gebäude sei beschädigt worden. Botschaftsmitarbeiter seien aber nicht verletzt worden.

Die Innenstadt von Damaskus blieb bislang vom Bürgerkrieg weitgehend verschont. In Vororten gibt es aber schon seit Wochen Kämpfe. Zudem gab es im vergangenen Jahr eine Reihe von Bombenanschlägen in Syrien. Zu einigen von ihnen bekannte sich eine Gruppe, die der Al-Kaida nahesteht. Nach UN-Schätzungen sind in dem Konflikt etwa 70.000 Menschen ums Leben gekommen.

In Deraa, der Wiege des Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad, beschoss die Luftwaffe vermutete Rebellenziele. Insgesamt habe es fünf Angriffe gegeben, berichtete ein Rebellenoffizier. Die Streitkräfte hätten damit auf jüngste Erfolge der Rebellen reagiert.

OPPOSITION: ASSAD KANN NICHT TEIL VON FRIEDENSLÖSUNG SEIN

Oppositionelle erklärten unterdessen ihre Bereitschaft zu Gesprächen über ein Ende des Bürgerkriegs. Staatschef Assad könne aber unter keinen Umständen Teil einer Friedenslösung sein, hieß es in einem Entwurf für eine Erklärung eines Treffens von Oppositionellen in Kairo. Darin wird nicht mehr direkt ein Rückzug Assads gefordert. Die Opposition hatte bislang gefordert, dass der Machthaber zurücktreten muss, bevor verhandelt werden kann. Assad, die Streitkräfte und der Sicherheitsapparat müssten für Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, hieß es nun.

Die Initiative geht von dem führenden Oppositionspolitiker Moas Alchatib aus, der bei den anfangs friedlichen Protesten gegen Assad eine wichtige Rolle spielte. Auf die Kämpfer in Syrien hat der Geistliche aber wenig Einfluss. Sie sind eher gegen den Vorschlag. Auch die Muslimbrüder, die unter Oppositionellen sehr einflussreich sind, haben sich skeptisch geäußert.

 
A general view of the destruction after an explosion in central Damascus February 21, 2013, in this handout photograph released by Syria's national news agency SANA. A car bomb killed 53 people and wounded 200 in central Damascus on Thursday when it blew up on a busy highway close to ruling Baath Party offices and the Russian Embassy, Syrian television said. REUTERS/Sana (SYRIA - Tags: CONFLICT POLITICS CIVIL UNREST) ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS