Hoch verschuldetes Zypern wählt neuen Präsidenten

Sonntag, 24. Februar 2013, 14:53 Uhr
 

Nikosia (Reuters) - Die griechischen Zyprer haben am Sonntag in einem Stichentscheid ihren Präsidenten gewählt.

Als Favorit ging der konservative Anwalt Nikos Anastasiades in das Rennen gegen seinen von den Kommunisten unterstützten Rivalen Stavros Malas. Anastasiades hatte in der ersten Runde vor einer Woche mit 45,4 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Auf Malas waren 27 Prozent entfallen. Mit dem offiziellen Ergebnis wurde kurz nach Schließung der Wahllokale um 17.00 Uhr gerechnet.

Das hoch verschuldete Euro-Mitgliedsland Zypern ist von der Staatspleite bedroht. Auf den Wahlsieger kommt die Aufgabe zu, mit den Geldgebern von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die Bedingungen für ein milliardenschweres Hilfspaket auszuhandeln. Der scheidende Staatschef Demetris Christofias von der Kommunistischen Partei war nicht noch einmal angetreten. Wegen der finanziell prekären Lage Zyperns gilt das Votum inmitten der Schuldenkrise als Schicksalswahl. Wahlberechtigt sind gut eine halbe Million griechische Zyprer, von denen jedoch viele die Abstimmung boykottierten.

In den Zeitungsberichten über die Wahl wurde ein düsteres Bild der Perspektiven des Wahlsiegers gezeichnet. Ein Kommentator beschrieb die Arbeit des neuen Präsidenten als Weg nach Golgatha, wo Jesus Christus gemäß der biblischen Überlieferung gekreuzigt wurde.

 
Cyprus presidential candidate Nicos Anastasiades of the right wing Democratic Rally party (R) casts his ballot with his grandson Andis at a polling station in Limassol February 24, 2013. Cypriots started voting in a runoff on Sunday to elect a president who must clinch a bailout deal for the island nation to avoid a financial meltdown that would revive the euro zone crisis. Conservative leader Anastasiades, who favors hammering out a quick deal with foreign lenders, is favored to win against Communist-backed rival Stavros Malas, who is more wary of the austerity terms accompanying any rescue. REUTERS/Yorgos Karahalis (CYPRUS - Tags: POLITICS ELECTIONS)