Fresenius fährt Rekordgewinn ein - FMC vorsichtig

Dienstag, 26. Februar 2013, 08:37 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der florierende Absatz von Nachahmermedikamenten und das stabile Krankenhausgeschäft lassen beim Gesundheitskonzern Fresenius die Kassen klingeln.

Der bereinigte Gewinn sei im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf 938 Millionen Euro gestiegen, teilte das hundert Jahre alte Unternehmen am Dienstag mit. "Im Jubiläumsjahr 2012 haben wir neue Bestwerte bei Umsatz und Ergebnis erreicht", sagte Konzernchef Ulf Schneider. Das ursprünglich für 2014 ausgegebene Ziel, den Gewinn auf über eine Milliarde Euro zu steigern, will Schneider bereits im laufenden Jahr erreichen.

Die Aktionäre dürfen sich auf die 20. Dividendenerhöhung in Folge freuen. Für 2012 will Fresenius 1,10 Euro je Aktie ausschütten nach 0,95 Euro vor Jahresfrist - etwas mehr als von Analysten erwartet. Die Ausschüttung, die in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen war, soll in Zukunft parallel mit dem Gewinn steigen, kündigte Schneider an. Der Konzern aus dem hessischen Bad Homburg werde künftig 20 bis 25 Prozent des bereinigten Gewinns je Aktie ausschütten.

Der Umsatz von Fresenius kletterte 2012 um 18 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro - auch dank zahlreicher Übernahmen und des schwächelnden Euro. Besonders gut schnitt erneut die auf intravenös verabreichte Nachahmermedikamente spezialisierte Tochter Kabi ab. Sie hatte in Amerika den Großteil des Jahres ein Monopol beim Narkosemittel Propofol, weil der Konkurrent Hospira wegen Produktionspannen nicht liefern konnte. Auch bei der Krankenhaustochter Helios lief es rund, obwohl die anvisierte Übernahme des Konkurrenten Rhön-Klinikum im vergangen Jahr platzte und Fresenius 35 Millionen Euro kostete.

Für das laufende Jahr rechnet Schneider mit einem währungsbereinigten Anstieg des Umsatzes um sieben bis zehn Prozent. Das Ergebnis soll um sieben bis zwölf Prozent zulegen.

FMC BEKOMMT GEGENWIND AUS WASHINGTON

Einen deutlich vorsichtigeren Ausblick für 2013 gab Rice Powell, der seit Jahresanfang amtierende Chef der ebenfalls im Dax notierten Dialyse-Tochter FMC. Sie rechnet wegen möglicher Einschnitte im US-Gesundheitssystem damit, dass der Gewinn im kommenden Jahr bei 1,1 bis 1,2 Milliarden US-Dollar verharrt. Im Vorjahr hatte der weltgrößte Blutwäschekonzern seinen Überschuss um elf Prozent auf 1,19 Milliarden Dollar gesteigert.

Sollten sich Demokraten und Republikaner im US-Haushaltsstreit nicht auf einen Kompromiss einigen, treten in Amerika automatische Ausgabenkürzungen in Kraft. Davon wäre auch die Bezahlung von Dialysebehandlungen für staatlich krankenversicherte Patienten betroffen, die in diesem Fall um zwei Prozent sinken würde. Der zweite Dämpfer droht 2014. Ab dann wollen die Behörden die Vergütung anpassen, da die Dialyse-Kliniken seit einigen Jahren weniger Medikamente einsetzen.

Der Umsatz vom Fresenius Medical Care (FMC) stieg 2012 um zehn Prozent auf 13,8 Milliarden Dollar. Im laufenden Jahr will FMC die Erlöse auf mehr als 14,6 Milliarden Dollar ausbauen. Die FMC-Aktionäre sollen für 2012 eine Dividende von 0,75 Euro je Stammaktie erhalten nach 0,69 Euro vor Jahresfrist.

An der Börse konnte das Zahlenwerk kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlocken - die Aktien von FMC und Fresenius notierten vorbörslich wenig verändert. Fresenius habe starke Zahlen vorgelegt, erklärte DZ-Bank-Analyst Sven Kürten. "Der Ausblick für 2013 entspricht den Markterwartungen."

 
The headquarters of Fresenius is pictured in Bad Homburg near Frankfurt February 24, 2010. REUTERS/Johannes Eisele