Italien muss nach der Wahl höhere Zinsen zahlen

Mittwoch, 27. Februar 2013, 11:40 Uhr
 

Mailand (Reuters) - Italien bezahlt die unklaren politischen Machtverhältnisse mit steigenden Zinskosten.

Bei der ersten Versteigerung einer zehnjährigen Staatsanleihe nach der Parlamentswahl kletterte die Rendite auf 4,83 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit Oktober 2012, wie die italienische Finanzagentur am Mittwoch mitteilte. Vor vier Wochen lag sie noch bei 4,17 Prozent. Trotz des deutlichen Anstiegs blieb der Zins aber unter der psychologisch wichtigen Marke von fünf Prozent.

Bei der Auktion einer fünfjährigen Anleihe stieg der Zins auf 3,59 Prozent von 2,94 Prozent im Januar. Insgesamt nahm der Staat bei den beiden Versteigerungen mit 6,5 Milliarden Euro den zuvor anvisierten Höchstbetrag ein. Die Auktionen waren jeweils gut 1,6-fach überzeichnet.

"HÖHERE RISIKOPRÄMIE"

"Die Nachfrage war ganz ordentlich", sagte Analyst Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets. "Allerdings verlangen die Investoren auch eine deutlich höhere Risikoprämie."

Bei der Wahl hat keiner der politischen Blöcke eine eigene Mehrheit geschafft. Wegen der instabilen politischen Lage droht dem Euro-Land eine Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Moody's. Der Wahlausgang wirke sich negativ auf die Kreditwürdigkeit aus, weil Neuwahlen und damit eine noch längere Phase der politischen Instabilität im Raum stünden, erklärte die Agentur vor der Auktion. Moody's bewertet Italien seit Juli 2012 mit "Baa2". Der Ausblick ist negativ.