Bericht: BKA warnt vor Anschlägen auf Fußball-Fanmeilen

Samstag, 25. Mai 2013, 14:05 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Kurz vor dem Champions-League-Finale hat ein Bericht über eine Anschlagswarnung in Deutschland für Aufregung gesorgt.

Spiegel Online zufolge informierte das Bundeskriminalamt andere Behörden über ein möglicherweise geplantes Attentat, etwa auf Fanmeilen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich erklärte jedoch, es lägen keine Hinweise auf Anschlagspläne vor. Bayern München und Borussia Dortmund treffen am Samstagabend (20.45 Uhr MESZ) im Londoner Wembley-Stadium aufeinander. Die Partie wird zu vielen Veranstaltungen in Deutschland übertragen, etwa auf einer Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin.

BKA-Präsident Jörg Ziercke informierte die Innenminister von Bund und Ländern Spiegel Online zufolge am Freitag über einen Hinweis auf ein möglicherweise in Deutschland geplantes Attentat. Mehrere Verdächtige planen demnach einen Bombenanschlag. Bei den mutmaßlichen Tätern handele es sich um Islamisten. Besucher der Fanfeiern in Deutschland müssten sich auf verschärfte Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Einem SWR-Bericht zufolge kam der Hinweis vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB. Das BKA in Wiesbaden gab keine Stellungnahme ab.

Ein Sprecher der Berliner Polizei erklärte, vor Veranstaltungen äußere man sich grundsätzlich nicht zu Sicherheitsvorkehrungen. Man sei aber gut vorbereitet. Die Polizei in der Bundeshauptstadt will dem Bericht zufolge den Zustrom zur zentralen Veranstaltung auf der Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule genau beobachten und auffällige Taschen kontrollieren. Damit solle verhindert werden, dass Extremisten einen Sprengsatz in die Menschenmenge schmuggeln und zünden könnten. Ähnlich solle bei anderen Großveranstaltungen vorgegangen werden. Wie konkret die Warnung ist, blieb dem Bericht zufolge unklar. Ziercke habe aber von einem ernstzunehmenden Hinweis gesprochen.

Innenminister Friedrich erklärte, Deutschland stehe seit längerem im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus. "Soweit Hinweise auf Personen vorliegen, die als Gefährder in Betracht kommen, werden diese Hinweise wie immer sehr ernstgenommen." Bei Großereignissen stünden die Behörden im intensiven Austausch mit ihren europäischen Partnern.

Beim Marathon in Boston Mitte April hatten den Ermittlungen zufolge zwei aus Tschetschenien stammende Brüder mit Sprengsätzen drei Menschen getötet und mehr als 250 verletzt. Deutschland entging im Jahr 2006 kurz nach der Fußball-WM nur durch Glück zwei Bombenanschlägen. Damals deponierten zwei Islamisten am Kölner Hauptbahnhof Kofferbomben in Regionalzüge. Sie explodierten nicht. Die beiden Haupttäter wurden in Deutschland und im Libanon zu lebenslanger Haft verurteilt.

 
A statue of former England player Bobby Moore stands outside Wembley Stadium before the training sessions of Bayern Munich and Borussia Dortmund ahead of their Champions League Final soccer match in London, May 24, 2013. REUTERS/Eddie Keogh (BRITAIN)