Ölpreis auf neuem Rekordhoch von 100,10 Dollar
New York (Reuters) - Der Ölpreis ist am Dienstag um rund fünf Prozent auf die neue Rekordmarke von 100,10 Dollar pro Barrel (159 Liter ) gestiegen.
Vor allem im späten Geschäft zog der Preis an und schickte die US-Aktienbörsen auf Talfahrt. Händler machten für die Entwicklung vor allem die OPEC verantwortlich. Die Organisation Ölexportierender Staaten (Opec) hatte erklärt, die Fördermengen nicht auszuweiten. Da genügend Öl angeboten werde, sei sogar eine Kürzung der Produktion denkbar. Zudem gab es Sorgen über den Öl-Nachschub aus Venezuela, Nigeria und Russland.
Auch nach dem Rekordstand von 100,10 Dollar bröckelte der Preis für leichtes US-Öl kaum ab. Am frühen Mittwochmorgen mussten immer noch 99,45 Dollar gezahlt werden. Nordsee-Öl der Sorte Brent legte gut drei Dollar auf 97,96 Dollar zu.
Unsicherheit mit Blick auf Venezuela gibt es, weil der Streit zwischen dem Land und dem US-Ölkonzern Exxon Mobil um die Verstaatlichung von Ölfeldern weiter schwelt. Venezuelas Präsident Hugo Chavez hatte kürzlich mit einem Öl-Lieferstopp in die USA gedroht. Sorgen bereitet auch, dass die russische Lukoil ihre Lieferungen nach Deutschland zeitweise eingeschränkt hatte, um höhere Preise durchzusetzen.
Der Ölpreis hatte erstmals Anfang Januar die Marke von 100 Dollar durchbrochen. Der teure Rohstoff schürt Rezessionsängste in den USA und belastet auch die Wirtschaft in Europa. Experten haben vorausgesagt, dass sich Öl wegen der starken weltweiten Nachfrage vor allem in Schwellenländern mittelfristig weiter verteuern wird.
Die deutschen Industriezweige leiden unter dem Ölpreis unterschiedlich stark. Zu kämpfen hat besonders die Chemie, für die Öl der wichtigste Rohstoff ist. Die Automobilindustrie muss ebenfalls höhere Energiekosten bei der Produktion verkraften. Der hohe Ölpreis hat aber vor allem strategische Auswirkungen bei der Entwicklung verbrauchsarmer Fahrzeuge. Auch Fluggesellschaften sind direkt betroffen, reichen steigende Kerosinkosten aber in Form von Treibstoffzuschlägen teils an Kunden weiter.
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