USA weisen Russlands Drohung zum Raketenschild zurück
Washington/Toyako (Reuters) - Die USA haben Russlands Drohung, auf den Aufbau des umstrittenen Raketenschildes in Osteuropa mit militärischen Mitteln zu reagieren, als "kriegerische Rhetorik" verurteilt.
Vermutlich wolle das Land damit die amerikanischen Partner in Europa nervös machen, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums am Dienstag. Dies werde aber nicht funktionieren. Er fügte an, das Abwehrsystem stelle keine Gefahr für Russland dar. Die US-Regierung hoffe, dass Russland seine Position noch einmal überdenke.
Auch ein Sprecher von US-Präsident George W. Bush betonte am Rande des G8-Gipfels im japanischen Toyako, die Vereinigten Staaten wollten in dieser Frage ihren Dialog mit Russland fortsetzen.
Die USA wollen mit dem Schutzschirm Raketenangriffe aus Ländern wie dem Iran abwehren. In Tschechien soll dazu beispielsweise eine Radarstation aufgebaut werden, die entsprechenden Verträge wurden am Dienstag unterzeichnet. Wenig später erklärte das Außenministerium in Moskau, wenn die Stationierung des Raketenschildes in Grenznähe beginne, sei Russland gezwungen, nicht mit diplomatischen Mitteln zu reagieren, sondern mit militärisch-technischen. Ein Militärschlag sei damit aber nicht gemeint, betonte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin. Es gehe vielmehr um eine "strategische Haltung".
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