Magazin: Allianz und Commerzbank bieten für Postbank

Donnerstag, 22. Mai 2008, 18:23 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Allianz und die Commerzbank bieten einem Magazinbericht zufolge gemeinsam für die Postbank.

Die beiden Institute hätten ein zehn Milliarden Euro schweres Gebot für die Tochter der Deutschen Post abgegeben, berichtete "manager-magazin.de" am Donnerstag unter Berufung auf Kreise der Unternehmen. Der Versicherungsriese Allianz wolle dazu seine Tochter Dresdner Bank einbringen und das Institut mit der Commerzbank und der Postbank fusionieren. Damit solle neben der Deutschen Bank ein zweiter nationaler Champion geschaffen werden. Die Postbank-Aktie legte am Feiertag Fronleichnam daraufhin zunächst rund zwei Prozent zu und ging mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 60,63 Euro aus dem Handel.

Sprecher von Allianz, Commerzbank, Postbank und Deutscher Post sagten, sie wollten Marktspekulationen nicht kommentieren. In Finanzkreisen hieß es, eine Fusion der drei Banken sei zum jetzigen Zeitpunkt extrem unwahrscheinlich.

Seit Wochen gibt es Spekulationen über die Zukunft der deutschen Großbanken. Allianz-Chef Michael Diekmann hatte am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Versicherers erstmals eingeräumt, er stehe in Verhandlungen mit anderen Instituten über die Dresdner Bank. Erstmals seit Jahren gebe es eine Situation, in der es zu größeren Zusammenschlüssen privater Banken kommen könne. Um die Zukunft der Bank flexibler gestalten zu können, wird das Institut derzeit in zwei Einheiten aufgespalten - eine für das Privat- und Geschäftskundengeschäft sowie die Investmentbank. Wegen der weltweiten Finanzkrise kämpft die Dresdner mit milliardenschweren Belastungen.

POSTBANK HEISS BEGEHRT

Die Postbank ist mit ihren rund 15 Millionen Privatkunden heiß begehrt in der Branche. Seit einigen Monaten wird darüber spekuliert, wie die Konzernmutter Post die Zukunft ihrer Banktochter gestaltet. Der neue Post-Chef Frank Appel will sich mit einer Entscheidung jedoch noch Zeit lassen. Sollte das Institut tatsächlich einmal zum Verkauf stehen, wird mit großem Interesse aus dem In- und Ausland gerechnet. Da die Post noch zum Teil im Besitz des Bundes ist, kann auch dieser bei einer Entscheidung mitreden. Reuters-Daten zufolge ist die Postbank derzeit an der Börse mit rund zehn Milliarden Euro bewertet.