Brasilien-Werk wird für ThyssenKrupp teurer als erwartet
Düsseldorf (Reuters) - Hohe Kosten für Rohstoffe und den Bau eines neuen Werkes in Brasilien belasten das Geschäft des größten deutschen Stahlkonzerns ThyssenKrupp.
Das Unternehmen bestätigte am Mittwoch nach Zuwächsen im abgelaufenen Quartal zwar seine Jahresprognose. Die Ergebnisse der Stahl- und Edelstahlsparte lagen aber in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2007/08 (per Ende September) unter Vorjahresniveau.
Einen Dämpfer muss der Konzern bei den Planungen für ein neues Werk in Brasilien hinnehmen. Die für März 2009 angepeilte Inbetriebnahme werde sich wegen Lieferengpässen und schleppender Bauarbeiten um vier bis sechs Monate verschieben, gab ThyssenKrupp bekannt. Zudem werde das auf drei Milliarden Euro veranschlagten Projekt bis zu 700 Millionen teurer. Die Aktien starteten an der Börse am Morgen mit einem Minus von 3,5 Prozent, bauten den Verlust aber rasch ab.
In seinem zweiten Geschäftsquartal steigerte ThyssenKrupp den Vorsteuergewinn auf 742 (Vorjahr: 572) Millionen Euro, womit das Unternehmen in etwa die Erwartungen der Analysten erfüllte. Im Vorjahreszeitraum hatte eine EU-Kartellstrafe in Höhe von 480 Millionen Euro das Ergebnis belastet. Der Umsatz stieg auf 13,2 (13,1) Milliarden Euro. Vorstandschef Ekkehard Schulz bekräftigte, dass der Konzern im gesamten Geschäftsjahr ein Ergebnis vor Steuern und Sondereffekten von mehr als drei (Vorjahr: 3,8) Milliarden Euro anpeile. Der Umsatz soll 53 (51,7) Milliarden Euro erreichen.
STAHLSPARTEN MIT GEWINNRÜCKGANG
Wachstumstreiber waren im bisherigen Jahresverlauf die Sparten Technologies und das Geschäft mit Aufzügen. Die Stahlsparte erzielte im ersten Halbjahr ein Vorsteuerergebnis von 749 Millionen Euro nach 870 Millionen im Vorjahreszeitraum. "Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus den Vorlaufkosten für das Stahlwerksprojekt in Brasilien sowie gestiegenen Vormaterialkosten im operativen Geschäft", teilte der Konzern mit. Die unter dem Preisverfall leidende Edelstahlsparte verbuchte im Halbjahr einen Vorsteuerverlust von sieben Millionen Euro, nach einem Gewinn von 616 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
ThyssenKrupp will sein Wachstum in den kommenden Jahren mit Investitionen von bis zu 20 Milliarden Euro vorantreiben, die unter anderem in neue Werke in Brasilien und den USA fließen. Bis 2011/12 will ThyssenKrupp die Erlöse auf 65 Milliarden Euro hochschrauben und einen Gewinn vor Steuern vor Sondereffekten von 4,5 bis fünf Milliarden Euro erzielen.
© Thomson Reuters 2008 Alle Rechte vorbehalten.


