Merkel: Europa braucht bessere Regeln für Finanzmärkte
Linz (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat strengere Regeln für die Finanzmärkte gefordert.
Europa müsse "jetzt dafür eintreten, dass wir mehr Transparenz auf den Finanzmärkten bekommen, dass wir klarere Regeln bekommen, und dass solche Krisen wie die jetzige sich nicht wiederholen", sagte Merkel am Samstag auf einer Wahlkampfveranstaltung der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) in Linz.
Indirekt warf Merkel den USA und Großbritannien vor, lange mehr Offenheit auf den Märkten verhindert zu haben. Immer wieder sei gesagt worden: "Lasst die Märkte machen, wir brauchen nicht mehr Transparenz", sagte Merkel. "Heute sind wir weiter: weil auch Amerika und Großbritannien sagen, ja, wir brauchen mehr Transparenz, wir brauchen bessere Standards für die Ratingagenturen." EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia hatte bereits Vorschläge für eine bessere Regulierung der Finanzmärkte angekündigt.
Die Bundesregierung hatte sich bereits im vergangenen Jahr als Präsidentschaft der Europäischen Union und der G7-Gruppe der großen Industriestaaten für mehr Transparenz an den Märkten eingesetzt. Großbritannien und die USA hatten ihre lange ablehnende Position als Heimat großer Investmentgesellschaften etwas gelockert.
Finanzprodukte müssten Standards entsprechen und verständlicher werden, forderte Merkel in Linz. "Man muss auch bei den Finanzmarktprodukten wissen, was man da handelt. Ansonsten passieren eben solche Dinge, für die wir dann alle zahlen müssen."
Allein die USA wollen die Finanzkrise mit bis zu 700 Milliarden Dollar Steuergeld bekämpfen. In Deutschland hat der Staat mit Milliardenzahlungen den Zusammenbruch der IKB verhindert. Landesbanken müssen zusätzliche Ausfälle von Hunderten Millionen Euro verbuchen.
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