Yahoo-Einigung mit Investoren: Verkauf unwahrscheinlich
New York (Reuters) - Nach einer Einigung über die Besetzung des Yahoo-Führungsgremiums wird ein Verkauf des Suchmaschinenbetreibers an Microsoft immer unwahrscheinlicher. Großinvestor Carl Icahn, der sich bisher für einen Deal mit Microsoft stark gemacht hatte, strebt offensichtlich keine Ablösung der aktuellen Yahoo-Führung und einen schnellen Verkauf des Unternehmens mehr an. Er einigte sich am Montag mit Yahoo, bei der Wahl des elfköpfigen Direktoriums lediglich zusammen mit zwei Vertrauten anzutreten.
Der Strategiewechsel ist wohl vor allem darauf zurückzuführen, dass sich andere Großaktionäre wie Fondmanager Bill Miller gegen Icahns Ablösepläne ausgesprochen hatten. Sie trauten Icahns Direktoriums-Kandidaten nicht zu, den unter rückläufigen Marktanteilen leidenden Konzern aus der Krise zu führen. Daraufhin zog Icahn viele seiner Kandidaten zurück.
"Ein Verkauf an Microsoft scheint immer unwahrscheinlicher zu werden", sagte Analyst Jeffrey Lindsay von Sanford C. Bernstein. Sein Kollege Ross Sandler von RBC Capital Markets ergänzte: "Die aktuelle Yahoo-Führung hat schlecht gearbeitet, aber leider gibt es derzeit keine Internet-erfahrene Führungsmannschaft, die diese Herausforderung angehen kann."
Microsoft hatte Yahoo zunächst für mehr als 47 Milliarden Dollar ganz kaufen wollen. Als Yahoo ablehnte, strebte der Softwaregigant den Kauf eines 16-Prozent-Anteils sowie die Übernahme des Yahoo-Suchmaschinengeschäfts an. Doch auch dieses Vorhaben scheiterte. Daraufhin stoppte Microsoft die Verhandlungen und setzte auf eine Ablösung der aktuellen Yahoo-Führung um Chef und Firmengründer Jerry Yang, der einen Verkauf stets abgelehnt hatte. Eine solche Ablösung scheint nun unwahrscheinlich, da die bisherigen Führung mit acht Kandidaten die Mehrheit im Direktorium behalten dürfte. Die Wahl findet auf der Yahoo-Hauptversammlung am 1. August statt.
Die Yahoo-Papiere gaben nach der Bekanntgabe um rund drei Prozent auf 21,78 Dollar nach. Damit lagen sie deutlich unter dem Angebot von Microsoft, das im Mai 33 Dollar pro Aktie geboten hatte. Auch der Kurs der Microsoft-Aktie fiel um rund ein Prozent. Für den Softwaregiganten wäre eine Übernahme vor allem deshalb interessant, weil es seine Position im wachsenden Markt für Internet- und Suchmaschinenwerbung stärken würde.
Icahn zeigte sich mit der Einigung zufrieden und deutete an, dass er einen Verkauf von Yahoo nicht für immer abgeschrieben hat. "Ich bin froh, dass das Direktorium zugestimmt hat, über jede sinnvolle Transaktion im Direktorium zu diskutieren, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird."
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