Schwerstes Beben in China seit 30 Jahren - Tausende Tote

Montag, 12. Mai 2008, 16:38 Uhr
 

Peking (Reuters) - Bei dem schwersten Erdbeben in China seit dreißig Jahren sind staatlichen Medien zufolge mehrere Tausend Menschen ums Leben gekommen.

Allein in einer einzigen Region der südwestlich gelegenen Provinz Sichuan wurden zwischen 3000 und 5000 Opfer befürchtet. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag weiter berichtete, zerstörte der Erdstoß der Stärke 7,8 im Bezirk Beichuan Qiang etwa 80 Prozent der Gebäude, darunter Schulen und Krankenhäuser. Bis zu 10.000 Menschen wurden in dem Gebiet verletzt.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier drückte in einem Telefongespräch mit seinem chinesischen Amtskollegen seine Bestürzung aus und bot die Hilfe der Bundesregierung an. Ob sich unter den Opfern auch Deutsche befanden, blieb zunächst unklar.

Nach Angaben des US-Instituts Geological Survey lag das Epizentrum in der Gebirgsgegend Wenchuan etwa 90 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Chengdu. Mehrere tausend Soldaten und Paramilitärs wurden mit Hilfsgütern in die Region entsandt. Auch Ministerpräsident Wen Jiabao flog in die etwa 2000 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Peking gelegene Gegend, um die Schäden zu begutachten.

Der Erdstoß und seine Nachbeben brachten in Peking und der Finanzmetropole Shanghai Bürogebäude zum Schwanken. Auch auf Taiwan und in der thailändischen Hauptstadt Bangkok war das Beben zu spüren. Im Pekinger Finanzdistrikt rannten die Menschen aus ihren Büros auf die Straßen, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Gebäude wiesen jedoch äußerlich keine Schäden auf. Auch das neu errichtete Olympische Stadium in Peking blieb nach Angaben der zuständigen Ingenieuren unbeschädigt.

Der japanische Autohersteller Toyota Motor setzte seine Produktion in einem Werk in der schwer getroffenen Provinzhauptstadt Chengdu vorerst ein. An der Fabrik ist auch der chinesische Konzern FAW Group beteiligt.

- Von Lindsay Beck und Guo Shipeng -

 
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