Steinmeier zu viertägigem Besuch in Afghanistan
Berlin (Reuters) - Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist zu einem viertägigen Besuch in Afghanistan eingetroffen.
Wie das Auswärtige Amt am Freitag mitteilte, traf er zum Auftakt seiner Reise in der westafghanischen Stadt Herat ein. Deutschland unterstützt dort die Restaurierung der Altstadt und die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Angaben zum weiteren Programms einer Reise gab es zunächst nicht. Steinmeier bekräftigte mit seinem Besuch die deutsche Unterstützung für die internationalen Bemühungen um die Stabilisierung Afghanistans. Das Thema hatte auch beim Besuch des Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten, Barack Obama, am Vortag eine wichtige Rolle gespielt.
Steinmeier will sich nach Angaben eines Sprechers vor Ort ein Bild von den internationalen Aufbauanstrengungen machen. Er reist zum dritten Mal in das Land, in dem derzeit über 3000 Soldaten stationiert sind. Bei einer Afghanistan-Konferenz hatten die am Aufbau beteiligten Staaten dem Land ihre weitere Unterstützung zugesagt, die Afghanen aber auch zu stärkerem eigenen Einsatz gedrängt. Entscheidend für solche Fortschritte ist die Sicherheitslage, die in einigen Teilen weiter von Machtansprüchen der radikalislamischen Taliban und Militäreinsätzen gegen die Extremisten bedroht ist.
BRITISCHER SOLDAT BEI GEFECHT MIT TALIBAN GETÖTET
In Südafghanistan wurde ein britischer Soldat bei einem Gefecht mit Taliban getötet, wie das Verteidigungsministerium in London mitteilte. Auch ein dänischer Soldat wurde getötet, als sein Panzer durch eine Sprengvorrichtung explodierte. Die im vergleichsweise weniger gefährlichen Norden stationierten deutschen Truppen haben weniger Verluste zu verzeichnen als andere Nationen, etwa Kanada. Daher steht Deutschland unter dem Druck der Verbündeten, die Beschränkung des Bundeswehrmandats auf den Norden des Landes aufzugeben. Dies lehnt die Bundesregierung aber ab.
Obama forderte die europäischen Verbündeten in seiner Rede am Donnerstagabend zu mehr Einsatz in Afghanistan auf. Er stellte aber keine konkreten Forderungen etwa nach einer Aufstockung oder Ausweitung des deutschen Einsatzes. Er will bei einer Wahl 7000 zusätzliche US-Soldaten entsenden und erwartet mehr Beiträge auch der Partner. Dies gilt als Kehrseite der von ihm angekündigten stärkeren Einbindung der Partner in das Vorgehen der USA.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Steinmeier hatten schon vor seinem Besuch ein Nein zu solchen Plänen signalisiert. Die Koalition will das Bundeswehrmandat im Herbst um 1000 Soldaten aufstocken; sie hat bereits die Führung der schnellen Eingreiftruppe für Krisensituationen übernommen.
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