Deutsche-Börse-Aktionäre TCI und Atticus bilden Allianz

Dienstag, 2. September 2008, 11:23 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die beiden an der Deutsche Börse beteiligten Hedgefonds TCI und Atticus wollen künftig mit vereinten Kräften ihre Interessen durchsetzen.

Die beiden Großaktionäre des Frankfurter Börsenbetreibers teilten am Dienstag mit, zusammenarbeiten zu wollen. Geprüft würden alle Optionen, um Nutzen für die Aktionäre zu bringen. Dies könnte auch den Austausch von Mitgliedern des Aufsichtsrates der Börse mit sich bringen.

Die beiden Hedgefonds halten den Angaben zufolge künftig zusammen 19 Prozent der Stimmrechte der Deutschen Börse. TCI und Atticus behielten sich vor, ihren Anteil aufzustocken oder zu vermindern, hieß es. Die Deutsche Börse war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Aktien der Deutschen Börse legten in Reaktion auf die Allianz der Großaktionäre am Dienstag um mehr als fünf Prozent auf 67,12 Euro zu.

Seit Jahresbeginn haben die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers rund 52 Prozent verloren. Analysten machen die langsamer wachsenden Umsätze an den Börsen und die Konkurrenz durch alternative Handelsplattformen dafür verantwortlich. Das dürfte in den Aktionärsreihen für Unruhe sorgen. In der Vergangenheit hatte es bereits heftige Auseinandersetzungen zwischen TCI und der Deutschen Börse gegeben. Der Hedgefonds war etwa gegen die Pläne des Börsenbetreibers vorgegangen, mit der Londoner Börse LSE zu fusionieren. Im Zuge des Konflikts musste der damalige Börsenchef Werner Seifert abtreten. Die Fusion kam nicht zustande.

Bei der Deutschen Börse steht im Mai 2009 auf der Hauptversammlung die turnusmäßige Wahl von Aufsichtsratsmitglieder an, der derzeit von Kurt Viermetz geleitet wird.