Januar-Arbeitslosenzahl auf 15-Jahres-Tief
Nürnberg (Reuters) - Der Arbeitsmarkt ist so gut in das neue Jahr gestartet wie seit 15 Jahren nicht mehr.
Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Januar zwar um 253.000 auf 3,659 Millionen. Dies ist aber der niedrigste Januar-Wert seit 1993. "Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort", sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, bei der Präsentation der Zahlen am Donnerstag in Nürnberg. "Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Januar weniger gestiegen als üblich." Trotz der Warnungen vor einer Konjunkturschwäche bleibt die BA für 2008 zuversichtlich. Weise erwartet eine Abnahme der Arbeitslosenzahl um etwa 300.000 auf im Schnitt 3,5 Millionen.
Im Vergleich zum Januar 2007 wurden 625.000 Arbeitslose weniger registriert. Die unbereinigte Quote fiel im Jahresvergleich um 1,5 Punkte auf 8,7 Prozent. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Effekte ging die Arbeitslosigkeit unerwartet deutlich um 89.000 auf saisonbereinigt 3,412 Millionen (Quote 8,1 Prozent) zurück.
BA: NOCH KEINE BREMSSPUREN ERKENNBAR
"Auf dem Arbeitsmarkt sind noch keine Bremsspuren zu erkennen", erklärte die BA. Als Gründe für die gute Entwicklung nannte Weise die robuste Konjunktur, das milde Wetter und das Saisonkurzarbeitergeld. Die Behörde verfolge aufmerksam die Warnungen vor einer Abschwächung der Konjunktur. Bei aller Kenntnis der Auswirkungen der Finanzkrise, des hohen Ölpreises und des Dollar-Kurses bleibe die BA aber bei ihrer Einschätzung, dass die Arbeitslosenzahl 2008 auf im Schnitt 3,5 Millionen zurückgehe, nach knapp 3,8 Millionen im Vorjahr. "Diese 3,5 Millionen sind eine sichere Prognose", sagte Weise.
Das Stellenangebot blieb im Januar auf hohem Niveau. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hätten weiter zugelegt. Mit rund 40,2 Millionen Erwerbstätigen gab es im Januar 586.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die sozialabgabenpflichtige Beschäftigung übertraf nach BA-Zahlen im November mit 27,46 Millionen den Vorjahreswert um 545.000. Knapp die Hälfte davon entfalle auf Vollzeitstellen.
Für Februar rechnet die BA nochmals mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, bevor die Frühjahrsbelebung einsetzt. Üblich sei im Februar ein Anstieg um etwa 50.000.
SCHOLZ: ROBUSTER AUFWÄRTSTREND
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz sprach in Berlin von einem robusten Aufwärtstrend. "Trotz Bankenkrise und Nokia-Schließung können wir weiter zuversichtlich sein: Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hält an", erklärte der SPD-Politiker. Fortsetzung...

