Merkel zeigt sich vor Gipfel gelassen über Chavez-Äußerungen

Donnerstag, 15. Mai 2008, 06:56 Uhr
 

Brasilia (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht den am Donnerstag beginnenden EU-Lateinamerika-Gipfel durch die Angriffe des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez gegen sie nicht belastet.

Sie werde jeden Teilnehmer freundlich begrüßen, sagte Merkel am Mittwoch in Brasilien mit Blick auf das Treffen in Lima, zu dem auch Chavez erwartet wird. Auf die Frage von Journalisten, ob der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva in dem Disput vermitteln könne, sagte die Kanzlerin, dies werde nicht nötig sein.

Merkel hatte in der vergangenen Woche im Vorfeld ihrer Reise nach Lateinamerika erklärt, Chavez spreche nicht für den gesamten Kontinent. Ein Land allein könne die Beziehungen zwischen den beiden Regionen nicht beeinträchtigen. Der linke Chavez bezeichnete die konservative Regierungschefin daraufhin als politische Nachfahrin Adolf Hitlers. Am Dienstag legte das venezolanische Außenministerium noch einmal nach und erklärte, Merkel gefährde die deutsch-venezolanischen Beziehungen. Ihre Äußerungen weckten Zweifel an der Absicht der deutschen Regierung, mit allen lateinamerikanischen und karibischen Staaten freundliche Beziehungen zu pflegen.