Energieagentur erwartet weiter steigende Energiekosten
Berlin (Reuters) - Die Deutsche Energieagentur (Dena) rechnet mit einem weiter steigenden Ölpreis und mahnt zum Energiesparen.
Mit 100 Dollar pro Fass müsse man dauerhaft rechnen, sagte der Chef der Energieagentur, Stephan Kohler, der "BZ am Sonntag" laut Vorabbericht. "250 Dollar für das Fass sind möglich, aber keiner kann sagen, wann." Zum Wochenende hatte sich der Ölpreis auf rund 145 Dollar je Fass eingependelt.
Kohler rief zu massivem Sparen und Investitionen in alternative Energien auf. Sozialtarife, Zuschüsse oder eine ermäßigte Mehrwertsteuer für Energie lehnte er aber ab. "Sinnvoller sind Hilfen zum Energiesparen, etwa bei der Haussanierung", sagte Kohler.
Umweltstaatssekretär Michael Müller forderte Sondermaßnahmen zur Entlastung der Niedrigverdiener beim Stromverbrauch. "Es muss ein Gesetz her, das Energieversorger, Banken, Sparkassen und Kommunen dazu verpflichtet, Niedrigverdiener-Haushalten Kredite für die Anschaffung energiesparender Haushaltsgeräte zur Verfügung zu stellen", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post" vom Samstag. Diese Kredite würden im Laufe der Jahre über die Einsparungen beim Strom zurückgezahlt, sagte Müller. "Die Energiesparmaßnahmen finanzieren sich sozusagen über die Stromrechnung."
Neben der SPD erwägt auch die CDU eine Entlastung für private Haushalte, verknüpft dies aber mit einer - von der SPD abgelehnten - Forderung nach einer längeren Laufzeit von Atomkraftwerken.
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