Iran hält im Atomstreit an bisheriger Position fest
Teheran (Reuters) - Trotz internationalen Drucks hält der Iran im Streit um sein Atomprogramm an seiner bisherigen Haltung fest.
Es gebe keine Änderung bei der Frage der Urananreicherung, sagte ein Regierungssprecher am Samstag. Am Freitag hatte die Islamische Republik in einem Schreiben an die EU auf neue Vorschläge des Westens zur Lösung des Konflikts reagiert. Zum genauen Inhalt der offiziellen Antwort war zunächst nichts bekanntgeworden. Der Iran soll mit dem Angebot durch wirtschaftliche Anreize zur Aufgabe seiner umstrittenen Urananreicherung bewegt werden. Unterdessen warnte der Iran erneut davor, dass ein Angriff auf den Ölexporteur die Rohölpreise in die Höhe schnellen lassen würde.
Der Iran erklärte sich am Samstag zu Gesprächen mit dem Westen bereit. "Das Recht der Urananreicherung" des Landes stehe aber nicht zur Diskussion, sagte Regierungssprecher Gholamhossein Elham. Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Nuklearwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran hat stets erklärt, sie wolle die Atomkraft nur zur Stromgewinnung nutzen. Der Iran ist der viertgrößte Rohölproduzent der Welt. Umstritten ist vor allem die Anreicherung von Uran, da dies je nach Anreicherungsgrad für Kraftwerke oder für Atombomben genutzt werden.
Der Iran legte am Freitag die offizielle Antwort auf das Angebot des Westens vor, das EU-Chefdiplomat Javier Solana im Juni unterbreitet hatte. Das Anreizpaket geht auf Deutschland und die UN-Vetomächte USA, China, Russland, Frankreich sowie Großbritannien zurück. Bei einer Absage drohen sie dem Iran mit weiteren Sanktionen. Die Vereinten Nationen (UN) haben bereits mehrfach Sanktionen gegen das Land verhängt.
"Die Ölpreise werden in unvorhersehbare Höhen getrieben, wenn jemand die unkluge Entscheidung für einen Angriff des Iran fällt", sagte der iranische Ölminister Gholamhossein Nosari der Internetseite seines Ressorts zufolge. Wiederholt waren Spekulationen über eine Ausweitung des Streits zu einem Militärkonflikt aufgekommen. Allein diese Gerüchte hatten zur jüngsten Rekordjagd der Rohölpreise beigetragen. Rohöl kostete zuletzt fast 145 Dollar je Barrel.
Unterdessen forderte der iranische Vize-Außenminister Mahdi Safari einem Medienbericht zufolge die deutsche Wirtschaft auf, wieder mehr Geschäfte mit seinem Land abzuschließen. Deutschland habe einen guten Ruf im Iran, sagte Safari einem Vorabbericht des Magazins "Focus" vom Samstag zufolge. Vor allem im Energiebereich sehe er noch Potenzial. "Deutsche Firmen sind ehrlich im Handel und beim Technologietransfer", fügte der Minister hinzu.
- Von Hashem Kalantari -
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