Obama am "Super Tuesday" in Kalifornien vor Clinton
Washington (Reuters) - Zum Auftakt der US-Vorwahlen in mehr als 20 Bundesstaaten haben sich Hillary Clintons Chancen auf einen Sieg bei den Demokraten im besonders hart umkämpften Kalifornien am Dienstag dramatisch verschlechtert.
Laut einer am "Super Tuesday" veröffentlichten Umfrage lag die Senatorin im bevölkerungsreichsten US-Staat 13 Prozentpunkte hinter ihrem Kontrahenten Barack Obama. Bei den Republikanern hoffte John McCain, sich entscheidend von Mitt Romney absetzen zu können. Fraglich blieb, ob bei dem Wahlmarathon eine Entscheidung über die Kandidatur in beiden Parteien fallen würde.
Bei den Demokraten ging es beim "Super Tuesday" insgesamt um etwa die Hälfte aller Delegierten, die im Sommer auf dem Parteitag den Kandidaten bestimmen. Rund 40 Prozent wurden bei den Republikanern vergeben. Obama erhielt in der Umfrage von Reuters, C-Span und Zogby in Kalifornien 49 Prozent der Stimmen, Clinton 36 Prozent. In dem Westküstenstaat geht es um mehr als ein Fünftel aller Delegierten, die ein Demokrat für seine Nominierung benötigt. Insgesamt zeichnete sich aber weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.
Da die Demokraten ihre Delegierten im Verhältnis zu den gewonnenen Stimmen verteilen, geht auch der Verlierer nicht leer aus. "Egal was passiert, wir werden heute Nacht wohl ein gemischtes Ergebnis sehen", sagte Obama im Fernsehen. "Das hat es noch nie gegeben", erklärte auch Clinton zu dem engen Rennen. Die beiden Demokraten konzentrierten sich am Dienstag auf den Nordwesten des Landes, wo ihre Partei viele Delegierte eingeteilt hat.
"DAS KÖNNTE EINE LANGE NACHT WERDEN"
Bei den Republikanern lag der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, in Kalifornien sieben Punkte vor John McCain. Beide änderten in letzter Minute ihre Reisepläne, um noch am Dienstag an der Westküste auftreten zu können. "Wir wollen hierher zurückkehren, um ein Ausrufezeichen hinter die Unterstützung zu setzen, die wir erhalten haben", sagte Romney am Montagabend. In Wahlwerbe-Spots beschworen sie beide Ex-Präsident Ronald Reagan als Vorbild.
Insgesamt galt McCain weiter als Favorit, da der Senator aus Arizona in vielen Bundesstaaten die Umfragen klar anführte. Im Gegensatz zu den Demokraten erhalten die Republikaner alle Stimmen des Bundesstaats, in dem sie gewinnen. McCain konnte deswegen auf einen kaum einholbaren Vorsprung hoffen. Aber auch er blieb vorsichtig. "Das könnte eine lang Nacht werden."
Sollte am Dienstag keine Entscheidung fallen, könnten die Vorwahlen Anfang März oder sogar Mitte April unerwartet wichtig werden. Bereits jetzt ist klar, dass die Entscheidung von historischer Bedeutung sein wird. Mit Clinton würde zum ersten Mal eine Frau US-Staatsoberhaupt werden, mit Obama erstmals ein Schwarzer, Romney wäre der erste Mormone und McCain der älteste Präsident bei Amtsantritt.
Die eigentliche Präsidentenwahl findet Anfang November statt. Amtsinhaber George W. Bush darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.
- von John Whitesides -
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