4000. US-Soldat im Irak getötet - Raketen auf Grüne Zone

Montag, 24. März 2008, 12:52 Uhr
 

Bagdad (Reuters) - Kurz nach dem fünften Jahrestags der Invasion im Irak ist die Zahl der in dem Krieg getöteten US-Soldaten auf 4000 gestiegen.

Wie das US-Militär am Montag mitteilte, starben am Sonntag vier Soldaten bei einem Anschlag im Süden der Hauptstadt Bagdad. Wieder explodierte eine am Straßenrand deponierte Bombe - die häufigste Todesursache unter den US-Soldaten im Irak. Die psychologisch wichtige Marke von 4000 Toten wurde an einem Tag erreicht, der in Bagdad von Gewalt geprägt war. Das schwer bewachte Regierungs- und Diplomatenviertel geriet wiederholt unter Raketenbeschuss. Insgesamt starben Dutzende Menschen.

Jeder Todesfall sei bedauerlich, sagte US-Vizepräsident Dick Cheney während eines Besuchs in Jerusalem zu den neuen Opferzahlen. "Es könnte psychologische Auswirkungen auf die Öffentlichkeit haben", räumte Cheney ein. "Aber es ist eine Tragödie, dass wir in einer Welt leben, in der das passiert." Das US-Militär weist die Bedeutung zurück, die das Erreichen bestimmter Totenzahlen haben könnte. "Kein Todesfall ist mehr oder weniger bedeutsam", sagte ein Militärsprecher.

Die USA und ihre Alliierten waren im März 2003 in den Irak einmarschiert und hatten das irakische Militär schnell besiegt. Doch binnen Monaten wurden die US-Truppen in den noch immer andauernden Kampf mit Aufständischen verwickelt, der das US-Kommando vor strategische Probleme stellte. Am Mittwoch, dem fünften Jahrestag des Kriegsbeginns, zeigte sich US-Präsident George W. Bush überzeugt, die USA würden den Krieg gewinnen.

Im September 2004 war der 1000. US-Soldat im Irak gestorben - mitten im Präsidentschaftswahlkampf, den Bush für sich entschied. Im Oktober 2005 stieg die Opferzahl auf 2000, im Dezember 2006 auf 3000. Bald danach kündigte Bush die Entsendung von 30.000 weiteren Soldaten an. Insgesamt sind derzeit rund 160.000 US-Soldaten im Irak, wo durch die Gewalt auch Tausende Iraker starben.

Bis zu 17 Menschen wurden am Sonntag bei Raketenangriffen auf die hoch gesicherte "Grüne Zone" getötet. Dicker schwarzer Rauch stieg auf. Tote gab es aber vor allem außerhalb des Gebiets durch fehlgeleitete Geschosse. Unterdessen starben in einem von verschiedenen Volksgruppen bewohnten Viertel im Süden Bagdads mindestens sieben Menschen in einem Kugelhagel. Aus drei Autos eröffneten Unbekannte das Feuer auf Fußgänger. In Mossul tötete ein Selbstmordattentäter 15 irakische Soldaten. - Von Ross Colvin -