Brown und Sarkozy wollen Banken zu mehr Offenheit bewegen

Montag, 24. März 2008, 14:44 Uhr
 

London (Reuters) - Vor dem Hintergrund der globalen Kreditmarktkrise wollen der britische Premierminister Gordon Brown und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy Banken dazu auffordern, ihre aufgelaufenen Abschreibungen sofort und umfassend offenzulegen.

Eine entsprechende Erklärung wollten beide Politiker am Donnerstag während eines Besuchs von Sarkozy in Großbritannien veröffentlichen, teilte Browns Büro am Osterwochenende mit. Beide seien zunehmend besorgt darüber, dass das Vertrauen in die Finanzmärkte Schaden nehmen könnte, weil das Ausmaß an faulen Krediten in den Büchern der Banken weiter unklar sei. Die Politiker wollen zudem weitere Gespräche mit den USA und anderen Staaten aufnehmen, um nach Wegen für eine größere Transparenz der Finanzmärkte zu beraten.

Seit November haben Banken in den USA und Europa Abschreibungen in Höhe von 125 Milliarden Dollar vorgenommen. Bislang ist es den Zentralbanken und Regierungen nicht gelungen, die Wogen an den Finanzmärkten zu glätten. Der IWF schätzt, dass durch die Krise ein Gesamtschaden von rund 800 Milliarden Dollar entstehen könnte. Innenpolitisch hat die Kreditmarktkrise das Ansehen von Brown als versierten Wirtschaftsexperten beschädigt und der Opposition geholfen, ihren Vorsprung in Umfragen auszuweiten.

Auf der politischen Agenda wollen Brown und Sarkozy vor allem ihre Forderung nach einer Reform des UN-Sicherheitsrats bekräftigen. Dabei soll vor allem Afrika einen ständigen Sitz im höchsten Gremium der Vereinten Nationen erhalten. Deutschland strebt im Rahmen der UN-Reform ebenfalls einen ständigen Sitz an. - Von Adrian Croft -