Deutscher Olympischer Sportbund bekräftigt Teilnahme an Spielen

Montag, 24. März 2008, 14:40 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) lehnt einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking wegen der Ereignisse in Tibet ab.

Nach Abwägung aller Argumente werde er eine Mannschaft zu den Olympischen Spielen entsenden, erklärte der Verband am Montag in Frankfurt. Zugleich verurteilte der Sportbund die Gewaltausbrüche in Tibet und den angrenzenden chinesischen Provinzen und rief alle Beteiligten zum Dialog und sofortigen Gewaltverzicht auf.

Der Dalai Lama, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die Bundesregierung hätten sich gegen einen Olympia-Boykott ausgesprochen, erklärte der DOSB. Er habe die Fragen eines Olympia-Boykotts zudem mit den Menschenrechtsorganisationen amnesty international und human rights watch erörtert, die sich auch beide klar dagegen ausgesprochen hätten. Aufgabe des Sports sei es, Brücken zu bauen, nicht Mauern zu errichten. Daher tauge der Sport nicht als politisches Druckmittel. "Der Sport ist nicht in der Lage, Probleme zu lösen, die weder die Vereinten Nationen noch einzelne Regierungen in jahrzehntelangen Anstrengungen bewältigen konnten", erklärte der DOSB.

Mehrere Politiker hatten einen Boykott ins Gespräch gebracht. Dabei geht es nicht nur um die Sportler. Europaparlaments-Präsident Hans-Gert Pöttering etwa hat einen Politiker-Boykott der Eröffnungsfeier angeregt.

Ein Olympia-Boykott würde Sinn und Zweck des Sports widersprechen sowie den Dialog unterbinden, der die Wahrung der Menschenrechte zum Ziel habe, heißt es in der Erklärung des Sportbundes. Das bestätige auch die Erfahrung, denn Olympia-Boykotte hätten sich in der Vergangenheit als äußerst erfolglos erwiesen. Der Sportbund erwarte, dass China die dem Internationalen Olympischen Komitee gegebene Zusage erfülle, rund 25.000 Medienvertreter einreisen und frei berichten zu lassen.