Serben protestieren gegen Abspaltung des Kosovos
Belgrad (Reuters) - Auf dem Balkan haben Zehntausende Serben gegen die Abspaltung des Kosovos von Serbien protestiert.
In Banja Luka, der Hauptstadt der bosnischen Serbischen Republik, kam es am Montag zu Gewalt, als mehrere tausend Demonstranten mit Steinen und Eiern die Polizeireihen vor dem US-Konsulat durchbrechen wollten. Auch vor dem Parlament skandierten unter der Anführung von Studenten und Professoren "Serbien ist ein einiger Staat". Sie riefen zur Tötung von Albanern auf und rühmten Ratko Mladic, den mutmaßlichen Kriegsverbrecher, der die bosnischen Serben im Krieg von 1992 bis 1995 gegen die bosnischen Muslime und Kroaten geführt hatte.
Im Zentrum der serbischen Hauptstadt Belgrad versammelten sich rund 7000 Menschen mit zahlreichen Landesflaggen auf dem Platz der Republik. Anders als in der Nacht zuvor blieb der Protest aber friedlich. Einige Demonstranten erhoben ihre Hand zum Nazi-Gruß, die meisten beließen es aber bei anti-albanischen Parolen. "Dieses Land wird immer kleiner", empörte sich die 24-jährige Studentin Jelena.
Auch in der serbischen Hochburg Mitrovica im Norden des Kosovo zogen mehrere tausend Serben zu der Brücke über den Fluss Ibar, der ihre Viertel vom albanischen Süden der Stadt trennt. "Kosovo ist Serbien", skandierten sie. Der Übergang wurde von Polizeikräften der UN und des Kosovo geschützt. Der radikale Anführer Marko Jaksic forderte die Regierung in Belgrad auf, ihr Volk im Kosovo auch mit Militärgewalt zu verteidigen. "Serbien muss entscheiden, ob es seine Armee einsetzen will, um Serben im Kosovo zu verteidigen, wenn sie von Albanern angegriffen werden", rief er der Menge zu. Auf einem Banner wurde gefordert: "Kosovo mit allen Mitteln verteidigen".
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