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Ausland | Samstag, 26. Januar 2013, 16:07 Uhr

Zeman wird neuer tschechischer Präsidenten

Prag In Tschechien ist der frühere Regierungschef Milos Zeman zum neuen Präsidenten gewählt worden.

Der linke Politiker besiegte nach einer offiziellen Teilauszählung Außenminister Karel Schwarzenberg bei der Stichwahl am Freitag und Samstag. Der 68-Jährige wird damit Nachfolger des Europa-Kritikers Vaclav Klaus, der nach zwei fünfjährigen Amtszeiten nicht mehr antreten durfte. Das Präsidentenamt dient in Tschechien wie in Deutschland vor allem der Repräsentation. Das Staatsoberhaupt darf allerdings Mitglieder der Zentralbank und Richter ernennen. Zum ersten Mal wurde der Präsident direkt vom Volk gewählt.

Zeman lag nach Auszählung von knapp 94 Prozent der Stimmen mit 55,8 Prozent vor Schwarzenberg mit 44,2 Stimmen.

Von 1998 bis 2002 führte Zeman ein linkes Kabinett. Seine politische Machbasis hat er bei den ärmeren und ländlichen Einwohnern. Sie lehnen Schwarzenberg wegen dessen Beteiligung an der gegenwärtigen Mitte-Rechts-Regierung ab, die die Steuern erhöht und Sozialausgaben gekürzt hatte. Zudem wurde sie durch Korruptionsskandale erschüttert. Gegner kritisieren seine Verbindungen zu ehemaligen kommunistischen Behörden und Geschäftsleuten mit Beziehungen zu Russland.

In den letzten Tages des Wahlkampfes hatte Zeman seinem Gegner vorgeworfen, sich für die etwa drei Millionen nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Deutschen einzusetzen. Viele Tschechen befürchten, dass diese ihren beschlagnahmten Besitz zurückfordern könnten.

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