Ausland | Dienstag, 13. November 2012, 08:53 Uhr

CIA-Skandal weitet sich aus - Ermittlungen gegen Isaf-Kommandeur

Die Geheimdienstaffäre um den zurückgetretenen CIA-Chef David Petraeus weitet sich aus.

Der Befehlshaber der Nato-Truppen in Afghanistan (Isaf), John Allen, steht unter dem Verdacht, mit einer Frau vor allem per E-Mail Informationen in "unangemessener" Weise ausgetauscht zu haben, wie am Dienstag aus US-Militärkreisen verlautete. Bei der Frau handelt es sich demnach um Jill Kelley, die mit der Familie Petraeus befreundet ist und die Ermittlungen der Bundespolizei FBI im Fall des zurückgetretenen CIA-Chefs auslöste. Kelley hatte sich bei Ermittlern über mutmaßliche Belästigungsmails der Petraeus-Biografin Paula Broadwell beschwert. In diesem Zusammenhang stieß das FBI schließlich auf eine außereheliche Affäre zwischen Broadwell und Petraeus. Der CIA-Chef trat daraufhin zurück.

Der Vier-Sterne-General Allen ist einer der wichtigsten Vertreter der US-Streitkräfte und soll Kommandeur der amerikanischen Truppen in Europa werden. Sein Vorgänger als Kommandeur in Afghanistan war Petraeus. Aus den US-Militärkreisen verlautete nun, das FBI habe vor allem E-Mails mit einem Umfang zwischen 20.000 und 30.000 Seiten aus den Jahren 2010 bis 2012 zwischen Allen und Kelley sichergestellt. Man sei besorgt, dass es sich dabei um eine "unangemessene Kommunikation" handele. Man wolle aber nicht über den Inhalt der Dokumente spekulieren, hieß es. Allen wies demnach den Verdacht zurück. Verteidigungsminister Leon Panetta erklärte, dass Allens Berufung zum US-Kommandeur in Europa verschoben werde. Bis der Fall aufgeklärt sei, bleibe er auf seinem Posten in Afghanistan.

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