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Trump will Neuverhandlungen über Nafta-Abkommen bald starten
23. Januar 2017 / 06:19 / vor 6 Monaten

Trump will Neuverhandlungen über Nafta-Abkommen bald starten

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U.S. President Donald Trump speaks during the Inaugural Law Enforcement Officers and First Responders Reception in the Blue Room of the White House in Washington, U.S., January 22, 2017.Joshua Roberts - RTSWUZ4

Washington (Reuters) - Der neue US-Präsident Donald Trump strebt baldige Gespräche mit Kanada und Mexiko über das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta an.

"Wir werden Verhandlungen beginnen, die mit Nafta zu tun haben", kündigte Trump am Sonntag in Washington an. Auch über Einwanderung und Sicherheit an den Grenze wolle er mit den Nachbarn sprechen. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, bessere Bedingungen für die Vereinigten Staaten herauszuschlagen. Das seit 1994 geltende Nafta-Abkommen und andere Freihandelsverträge werden von ihm und seinen Anhängern mitverantwortlich gemacht für den Niedergang der amerikanischen Industrie in vielen Regionen. Die USA importieren viel mehr als sie exportieren.

Kanada sieht den Trump-Plänen gelassen entgegen. "Sie haben nicht genaues über irgendwelche realen Probleme gesagt, die sie mit uns haben", sagte der kanadische Botschafter in Washington, David MacNaughton. Es bestehe aber die Gefahr, dass Kanada bei möglichen US-Maßnamen gegen das Defizit im Handel mit Mexiko in Mitleidenschaft gezogen werde. Ministerpräsident Justin Trudeau berät bis Dienstag in einer zweitägigen Klausur mit seinem Kabinett darüber, wie auf die Herausforderung durch Trump reagiert werden soll.

Trump lobte seinen mexikanischen Amtskollegen Enrique Pena Nieto, der wegen Korruptionsskandalen und steigender Inflation derzeit niedrigere Popularitätswerte hat. "Der Präsident war wirklich erstaunlich", sagte Trump nach einem Telefonat. "Ich denke, wir werden ein sehr gutes Ergebnis für Mexiko und die Vereinigten Staaten und alle Beteiligten haben." Kritiker werfen Nieto vor, keinen klare Strategie zu haben angesichts der Forderungen Trumps, Handelsdefizit und Einwanderung zu beschränken.

Trump hatte im Wahlkampf immer wieder erklärt, die Verlagerung heimischer Arbeitsplätze nach Mexiko zu verhindern und das Nafta-Abkommen neu zu verhandeln. Konkrete Vorstellungen zu einer künftigen Nafta-Vereinbarung blieb er aber bislang schuldig. Handelsexperten gehen davon aus, dass auch Kanada und Mexiko deutliche Zugeständnisse erreichen wollen. Die Verhandlungen dürften sich nach ihrer Einschätzung über Jahre hinziehen.

EZB-Direktor Benoit Coeure warnt vor Abschottungstendenzen im Welthandel. "Protektionismus ist derzeit eindeutig eine schlechte Idee", sagte der Notenbanker am Montag dem französischen Sender "Radio Classique". Zu Trump, der mit Importzöllen gedroht hatte, wollte sich Coeure nicht konkret äußern. Der neue US-Präsident habe seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen noch nicht konkretisiert.

Ifo-Präsident Clemens Fuest befürchtet im Falle von US-Strafzöllen gravierende Folgen für Europa. "Wenn jetzt durch Protektionismus eine neue Rezession käme, hätte Europa große Probleme damit fertig zu werden", sagte Fuest im Bayerischen Rundfunk. Trump werde mit seinem Kurs Jobs vernichten, nicht nur in Amerika, sondern auch in vielen anderen Ländern. "Dieser Protektionismus ist eine sehr gefährliche Sache", sagte der Chef des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts. Trump habe die Vorstellung, er könne der Wirtschaft befehlen, in den USA neue Arbeitsplätze zu schaffen. "Aber in einer modernen Volkswirtschaft mit Millionen von Unternehmen geht das natürlich nicht."

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