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Trump will Ex-General zum Verteidigungsminister machen
2. Dezember 2016 / 06:01 / vor 8 Monaten

Trump will Ex-General zum Verteidigungsminister machen

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U.S. President-elect Donald Trump stands with retired Marine Gen. James Mattis following their meeting at the main clubhouse at Trump National Golf Club in Bedminster, New Jersey, U.S., November 19, 2016.Mike Segar - RTSSFLU

Cincinnati (Reuters) - US-Wahlsieger Donald Trump will den früheren General James Mattis zum Verteidigungsminister ernennen.

Der 66-Jährige sei ein "großartiger General", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) bei einer Veranstaltung in der Stadt Cincinnati. Die offizielle Ankündigung folgt demnach am Montag. Kurz zuvor hatte der künftige Präsident amerikanische Firmen vor einer Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland gewarnt.

Der als "Mad Dog" (tollwütiger Hund) bekannte Mattis diente jahrzehntelang bei den Marines und ist für seine derben Sprüche bekannt. So sagte er im Jahr 2005: "Bei manchen Leuten macht es Spaß, sie zu erschießen." Er war unter anderem an den Kriegseinsätzen in Afghanistan und im Irak beteiligt. Im Jahr 2013 ging er in den Ruhestand. Für eine Ernennung zum Verteidigungsminister müsste Trump die Genehmigung des Kongresses einholen. Denn eigentlich ist vorgeschrieben, dass ein US-Verteidigungsminister mindestens sieben Jahre lang Zivilist war. Über Ausnahmen muss das Parlament entscheiden.

Die Wahl Mattis' ist ein weiterer Hinweis, dass der Immobilienmilliardär von der Außenpolitik seines Vorgängers Barack Obama abrückt. Obama hatte sich etwa beim Kampf gegen radikale Islamisten und im Konflikt mit Russland in Europa zunehmend auf verbündete Staaten verlassen.

Mattis ist in den Streitkräften hoch angesehen und für sein Misstrauen gegenüber dem Iran bekannt. Die USA hatten zusammen mit anderen Weltmächten und der Führung in Teheran ein Abkommen ausgehandelt, das eine Beschränkung des Atomprogrammes der Islamischen Republik vorsieht. Im Gegenzug werden die meisten Handelssanktionen aufgehoben. Trump hatte die Vereinbarungen im Wahlkampf kritisiert.

Der New Yorker Geschäftsmann stellt im Moment sein Kabinett zusammen. Auch beim Posten des Nationalen Sicherheitsberaters fiel mit Michael Flynn die Wahl auf einen prominenten Ex-Offizier. Noch nicht entschieden ist, wer neuer Außenminister werden soll. Trump erwägt hier etwa den früheren CIA-Chef und Ex-General David Petraeus. Als Energieminister ist Medienberichten zufolge etwa Goldman-Sachs-Manager Gary Cohn im Gespräch.

Druck Auf Unternehmen

Trump besuchte bei seinem Besuch im Mittleren Westen der USA auch eine Fabrik des Klimaanlagenbauers Carrier in Indianapolis. Dabei warnte er amerikanische Unternehmen vor einer Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. "Firmen werden aus den USA nicht mehr ohne Konsequenzen weggehen. Das wird es nicht geben." Welche Folgen eine Jobverlagerung haben soll, sagte Trump nicht. Im Wahlkampf drohte er damit, entsprechende Firmen mit einem Importzoll von 35 Prozent zu belegen.

Carrier, eine Tochter von United Technologies, hatte in dieser Woche offenbar unter Druck Trumps bekanntgegeben, gut 1000 Stellen in der Fabrik und am Firmensitz zu erhalten. Mehr als 1000 weitere sollen dennoch nach Mexiko verlagert werden. Darauf ging Trump bei seinem Besuch nicht ein. Er versprach allgemein, mit niedrigeren Steuern und weniger Vorschriften ein wirtschaftsfreundliches Klima zu schaffen. "Es gibt keinen Grund mehr zu gehen."

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