Ausland | Freitag, 29. August 2008, 20:00 Uhr

McCain zieht mit Frau als Vize ins US-Präsidentenrennen

US Republican presidential candidate Senator John McCain (R-AZ) listens while Alaska Governor Sarah Palin speaks after she was introduced as his vice presidential running mate at a campaign event in Dayton, Ohio August 29, 2008.
Reuters/Matt Sullivan (UNITED STATES)
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U.S. Republican presidential candidate Senator John McCain (R-AZ) stands with his vice presidential running mate Alaska Governor Sarah Palin at a campaign event in Dayton, Ohio August 29, 2008.
Reuters/Matt Sullivan (UNITED STATES) US PRESIDENTIAL CAMPAIGN 2008 (USA)
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REFILE - CORRECTING DAUGHTER'S NAME Alaska Governor Sarah Palin waves after she was introduces as US Republican presidential candidate Senator John McCain's (R-AZ) vice presidential running mate at a campaign event in Dayton, Ohio August 29, 2008. At right is Palin's...
Reuters/Matt Sullivan (UNITED STATES) US PRESIDENTIAL CAMPAIGN 2008 (USA)
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U.S. Republican presidential candidate Senator John McCain (R-AZ) waves next to Alaska Governor Sarah Palin after introducing her as his vice presidential running mate at a campaign event in Dayton, Ohio August 29, 2008.
Reuters/Matt Sullivan (UNITED STATES) US PRESIDENTIAL CAMPAIGN 2008 (USA)
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U.S. Republican presidential candidate Senator John McCain (R-AZ) waves after introducing his vice presidential running mate Alaska Governor Sarah Palin (R) at a campaign event in Dayton, Ohio August 29, 2008.
Reuters/Matt Sullivan (UNITED STATES) US PRESIDENTIAL ELECTION CAMPAIGN 2008 (USA)
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Alaska Governor Sarah Palin speaks to the crowd after being introduced as the Republican vice presidential candidate by U.S. Republican presidential candidate Senator John McCain (R-AZ) at a campaign event in Dayton, Ohio August 29, 2008.
Reuters/Matt Sullivan (UNITED STATES) US PRESIDENTIAL CAMPAIGN 2008 (USA)
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Dayton Der Republikaner John McCain hat überraschend die Gouverneurin von Alaska zu seiner Kandidatin für das Amt des Vize-Präsidenten ernannt.

"Sie stammt nicht aus dieser Gegend und sie stammt nicht aus Washington", erklärte McCain am Freitag in Dayton im Bundesstaat Ohio. McCain stellte Sarah Palin vor jubelnden Anhängern am Tag nach dem Ende des Parteitags der Demokraten vor. Die 44-Jährige gehörte für die meisten Experten nicht zu der engeren Auswahl für das Amt des Vertreters. Palin wurde 2006 als erste Frau an die Spitze des flächenmäßig größten Bundesstaates gewählt.

Palin ist außerhalb Alaskas vergleichsweise wenig bekannt. Die fünffache Mutter - ihr jüngstes Kind ist vier Monate alt - ist als Abtreibungsgegnerin und wegen ihrer Politik der Steuersenkungen bei Konservativen bliebt. Die studierte Journalistin und Politikwissenschaftlerin war Bürgermeisterin der Stadt Wasilla. Wie McCain hat sie den Ruf, ein unabhängiger Geist zu sein. Sie hat sich mit den Öl-Firmen in Alaska angelegt und mit dem republikanischen Establishment gebrochen. Umweltschützer kritisieren ihre Unterstützung für mehr Öl-Bohrungen in Alaska und ihren Widerstand dagegen, den Eisbären auf die Liste der bedrohten Arten zu setzen. Sie ist Mitglied der Waffenlobby NRA.

POLITOLOGE - "STRATEGISCH GENIALER SCHRITT"

Michael Lindsay von der Rice University sprach von der bislang größten Überraschung des Wahlkampfs. Der Schritt sei "strategisch genial": McCain habe einerseits einen reformorientierten Vize benötigt, habe andererseits auch dringend die religiösen Republikaner ansprechen müssen. Auch Chip Hanlon von Delta Global Advisers lobte die Wahl. Dies sei nicht nur strategisch zu sehen, sondern weil Palin "wirklich gescheit" sei. Dennis Goldford von der Drake University warnte jedoch, dass damit noch einmal das Alter des 72-jährigen McCain betont werde. Es sehe nun so aus, "als ob McCain und seine Tochter" ins Rennen zögen.

McCain liegt in den meisten Umfragen gleichauf mit dem Demokraten Barack Obama. Die Republikaner halten ab Montag ihren Parteitag in St. Paul im Bundesstaat Minnesota ab, auf dem McCain und Palin formell zu Kandidaten ernannt werden. Die Wahl findet am 4. November statt.

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