Niederlande: Kein EU-Abkommen mit Serbien ohne Mladic-Festnahme

Dienstag, 7. Oktober 2008, 19:56 Uhr
 

Zagreb (Reuters) - Die Niederlande haben ihre Zustimmung zu einem EU-Handelsabkommen mit Serbien an eine Verhaftung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic geknüpft.

"Wenn sie Mladic verhaften und ausliefern, dann werden wir auch liefern", sagte der niederländische Außenminister Maxime Verhagen am Dienstag vor Journalisten in Zagreb. Die Europäische Union berät derzeit mit Kroatien über einen Beitritt zu der Staatengemeinschaft.

Die Niederlande blockieren das Inkrafttreten des Handelsabkommens, das Serbien und die EU im April unterzeichnet hatten. Nach der Verhaftung des ehemaligen Anführers der bosnischen Serben Radovan Karadzic im Juli hatte sich Belgrad ein beschleunigtes Aufnahmeverfahren in die EU erhofft. Zuerst müsse aber Mladic verhaftet und an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt werden, behaarte die niederländische Regierung. Andere EU-Mitglieder wollen mit dem Abkommen die prowestliche Regierung in Belgrad unterstützen.

Die Niederlande beobachten die Entwicklung im Fall Mladic besonders aufmerksam: Blauhelmsoldaten des Königreichs waren im Bosnien-Krieg 1995 in der UN-Schutzzone von Srebrenica stationiert, als die Verbände des bosnisch-serbischen Generals die Stadt einnahmen und anschließend 8000 muslimische Männer töteten.