Iranischer Reformer will bei Wahl gegen Ahmadinedschad antreten
Teheran (Reuters) - Ein führender Vertreter der Reformkräfte im Iran will im kommenden Jahr bei der Präsidentenwahl gegen den konservativen Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad antreten.
Zur Begründung seiner Kandidatur sagte der frühere Parlamentspräsident Mehdi Karubi am Sonntag: "Meiner Meinung nach ist die Regierung von Ahmadinedschad in außenpolitischen und wirtschaftlichen Belangen nicht erfolgreich gewesen." Der Politiker kritisierte den Präsidenten vor allem für den Anstieg der Inflationsrate auf derzeit 29 Prozent. Dies sei etwas, das die Menschen von morgens bis abends beschäftige, sagte der Karubi.
Ahmadinedschad hat noch nicht offiziell erklärt, ob er sich bei der Wahl im Juni erneut um den Posten bewerben will. Die Mehrzahl der Beobachter geht im Fall seiner Kandidatur von einer Wiederwahl aus. Sie begründen dies unter anderem mit der Unterstützung von Ajatollah Ali Chamenei, der höchsten politischen Instanz der Islamischen Republik. Ein iranischer Experte räumte Karubi aber Chancen ein. Abhängig sei dies jedoch davon, ob der ehemalige Staatspräsident Mohammed Chatami eine erneute Kandidatur ankündige. In diesem Fall könnte das Lager der Reformer möglicherweise gespalten werden.
Ahmadinedschad ist im Ausland vor allem wegen seiner Israel- und Atompolitik umstritten. Der Golfstaat steht im Verdacht, unter dem Deckmantel der zivilen Kernkraft-Nutzung den Bau von Atomwaffen anzustreben. Die Regierung in Teheran bestreitet das.
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