Spekulationen über US-Außenamt für Clinton nehmen zu
Washington/Chicago (Reuters) - In den USA haben am Wochenende Spekulationen zugenommen, dass Hillary Clinton Außenministerin unter dem nächsten Präsidenten Barack Obama werden könnte.
In Kreisen der Demokraten wurde zwar ein Geheimtreffen der Senatoren bestätigt. Unklar sei jedoch, ob Obama seiner früheren Rivalen tatsächlich den Posten angeboten habe, hieß es. Am Samstag berichtete die "Washington Post" zudem von einem Treffen Obamas mit dem außenpolitisch erfahrenen Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson. Weder Obama noch Clinton nahmen zu den Berichten Stellung. Obama hatte die ganze Woche hinter verschlossenen Türen mit Vorbereitungen zu dem Regierungswechsel am 20. Januar verbracht.
Aus Demokraten-Kreisen erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters, dass es ein "ernstes Treffen" zwischen Obama und Clinton zu der Frage des Außenministerposten gegeben hat. Die Frage sei jedoch, "ob es tatsächlich ein Angebot gab". CNN berichtete unter Berufung auf Parteikreise, Clinton habe den Eindruck gewonnen, sie könne den Posten haben, wenn sie ihn wolle. Die Internet-Zeitung "Huffington Post" meldete, Clinton habe das Amt als Außenministerin angeboten bekommen und sich Bedenkzeit erbeten.
Die frühere First Lady Clinton wäre Experten zufolge eine starke Außenministerin. "Sie kennt wahrscheinlich alle wichtigen ausländischen Staatschefs", sagte der Gouverneur von New Jersey, Jon Corzine, dem Sender MSNBC. "Man braucht jemanden, der international ernst genommen wird", sagte die demokratische Parteistrategin Liz Chadderdon. Der neue Außenminister müsse zudem ein solches politisches Schwergewicht sein, dass die Leute am Verhandlungstisch sitzen blieben. Clintons Ernennung zu einem der wichtigsten Posten der USA könnte auch ihre Anhänger nach dem hart geführten Vorwahlkampf der Demokraten versöhnen, den Clinton knapp verlor. Obama hatte ihr auch nicht den Posten des Vizepräsidenten angeboten.
Unklar war jedoch, ob Clinton das Amt annehmen würde. Alternativ könnte sie ihren Senatssitz behalten und von dieser politisch starken Position aus Einfluss üben.
AUCH RICHARDSON HÄTTE GUTE KARTEN
Auch Richardson aus New Mexico gilt als starker Bewerber. Der ehemalige Energieminister und UN-Botschafter der USA hat große außenpolitische Erfahrung und ist mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden. Er diente unter Präsident Bill Clinton, Hillary Clintons Ehemann. Als Hispanic würde Richardson zudem die größte Minderheit des Landes in der Regierung vertreten. Als weitere Kandidaten waren der ehemalige Präsidentschaftsbewerber John Kerry und der Republikaner Chuck Hagel im Gespräch.
Das fünfwichtigste Amt der USA hinter dem Präsidenten, Vize- Präsidenten und den zwei Präsidenten der Kongresskammern wurde bislang zwei Mal von einer Frau ausgefüllt: Madeleine Albright unter Clinton und die Amtsinhaberin Condoleezza Rice unter George W. Bush. Alle Ernennungen müssen vom Senat bestätigt werden. Dort halten die Demokraten eine Mehrheit.
Obama gab am Samstag die Besetzung von weniger zentralen Posten in seiner zukünftigen Regierung bekannt. Hochrangige Beraterin im Präsidialamt werde ein wichtiges Mitglied seines Wahlkampfteams, die frühere Geschäftsfrau Valerie Jarrett, teilte er am Samstag mit. Ein weitere Stütze im Wahlkampf, Phil Schiliro, werde ihm in Washington in Gesetzgebungsverfahren zur Seite stehen, erklärte Obama.
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