China gewährt Kuba Schuldenaufschub

Mittwoch, 19. November 2008, 08:30 Uhr
 

Havanna (Reuters) - China gewährt dem wirtschaftlich unter Druck stehenden Kuba für einen Teil seiner Schulden einen Zahlungsaufschub.

Während des Kuba-Besuchs des chinesischen Präsidenten Hu Jintao unterzeichneten die beiden kommunistisch regierten Länder am Dienstag ein Abkommen über die zehnjährige Stundung von bis zum Jahr 1995 aufgelaufenen Handelsschulden in ungenannter Höhe. Außerdem gab China dem karibischen Staat fünf Jahre mehr Zeit zur Rückzahlung eines Kredits aus dem Jahr 1998.

Die Gesamthöhe der kubanischen Schulden an China ist nicht bekannt. Die Rückzahlung der Kredite wäre für das lateinamerikanische Land aber zur Unzeit fällig geworden, da es derzeit mit der internationalen Finanzkrise sowie mit den Folgen der Hurrikane Gustav, Ike und Paloma kämpft, die in Kuba Schäden von rund zehn Milliarden Dollar angerichtet haben. China ist mit 2,3 Milliarden Dollar Handelsvolumen im Jahr 2007 der zweitgrößte Handelspartner Kubas nach Venezuela.

Hu sagte Kuba auch Hilfen von 80 Millionen Dollar für die Modernisierung von Krankenhäusern und andere Projekte zu. Nach Angaben der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua traf er zudem den seit dem Sommer 2006 nicht mehr öffentlich aufgetretenen ehemaligen kubanischen Staatschef Fidel Castro. "Ich sehe persönlich, dass Sie sich erholt haben und energiegeladen sind, was mich sehr freut", zitierte die Agentur Hu anschließend.