Thailands König kann wegen Krankheit Rede nicht halten
Bangkok (Reuters) - Der thailändische König Bhumibol Adulyadej hat wegen einer Erkrankung am Donnerstag eine mit Spannung erwartete Rede nicht halten können.
Viele Thailänder waren davon ausgegangen, dass der Monarch die traditionelle Ansprache am Vorabend seines 81. Geburtstags angesichts der Staatskrise zu einem Aufruf zur nationalen Einheit nutzen würde. Der von einem Teil der Bevölkerung als Halbgott verehrte Bhumibol hatte in den vergangenen Jahren in den Geburtstagsreden die Forderung nach einer "sauberen Regierung" erhoben, was als Seitenhieb auf den 2006 vom Militär aus dem Amt geputschten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra gewertet wurde.
Der König ließ sich bei dem Geburtstagsempfang von Kronprinz Vajiralongkorn und Kronprinzessin Maha Chakri Sirindhorn vertreten, die sich aber nicht zur aktuellen innenpolitischen Lage äußerten. Bhumibol sei leicht erkrankt und leide an einer Halsentzündung, teilte die Kronprinzessin mit. Die Ärzte hätten ihn an den Tropf gelegt.
Unterdessen wurde die für Montag geplante Wahl eines neuen Ministerpräsidenten verschoben. Parlamentspräsident Chai Chidchob werde einen neuen Termin festlegen, teilte ein Regierungssprecher mit. Chai hatte die Verschiebung bereits angedeutet, weil der König noch nicht auf den Antrag auf Sondersitzung reagiert habe. Die Neuwahl eines Regierungschef ist notwendig, weil das Verfassungsgericht die Regierungspartei PPP verboten und Ministerpräsident Somchai Wongsawat wegen Unregelmäßigkeiten bei der Parlamentswahl für fünf Jahre jede politische Tätigkeit untersagt hat.
Um ihre Forderung nach dem Rücktritt Somchais zu unterstreichen, hatte die Opposition eine Woche lang die beiden Bangkoker Flughäfen blockiert und damit die Ausreise von 230.000 Touristen verhindert. Der internationale Flughafen Suvarnabhumi soll nach Angaben der Betreibergesellschaft am Freitag 05.00 MEZ den normalen Betrieb wieder aufnehmen. Thai Airways wickelte am Donnerstag zwölf Auslandsflüge ab. Andere Fluggesellschaften fühlen sich nach Angaben aus Luftfahrtkreisen so sehr zu schnellen Wiederaufnahme ihrer Flüge gedrängt, dass sie um die Sicherheit im Flugverkehr fürchten.
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