Pakistan verspricht Verfolgung von Bombay-Attentätern
Islamabad (Reuters) - Pakistan hat den USA ein entschlossenes Vorgehen gegen Hintermänner der Attentate von Bombay auf seinem Boden zugesagt.
Die pakistanische Regierung sei sich darüber bewusst, wie wichtig es sei, die Urheber der Anschlagserie zu verhaften und den Terrorismus zu vernichten, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Donnerstag nach politischen Gesprächen in Islamabad. "Alle wollen weitere Anschläge verhindern." Zugleich rief sie Indien zur Zurückhaltung auf, um die Spannungen zwischen den Nachbarstaaten nicht weiter anzuheizen.
"Die Regierung wird nicht nur die Ermittlungen unterstützen, sondern auch scharf gegen alle pakistanischen Kräfte vorgehen, denen eine Verwicklung in die Anschläge nachgewiesen wird", erklärte Pakistans Präsident Asif Ali Zardari nach einem Gespräch mit Rice. "Pakistan ist entschlossen sicherzustellen, dass sein Staatsgebiet nicht für Terrortaten benutzt wird." Rice habe er wie zuvor der indischen Regierung erläutert, dass er die Entwicklung als Chance zur Zusammenarbeit sehe.
Indien und US-Vertreter haben von Pakistan aus agierende Extremisten für die Anschläge in der Finanzmetropole verantwortlich gemacht, bei denen 171 Menschen getötet wurden. Als Hauptverdächtige gilt die Organisation Lashkar-e-Taiba, die gegen die indischen Herrschaft in Kaschmir kämpft und Beobachtern zufolge früher Verbindungen zum pakistanischen Geheimdienst ISI hatte. Inwieweit die seit acht Monaten amtierende Zivilregierung in Islamabad ihren militärischen Apparat unter Kontrolle hat, gilt als zweifelhaft. Rice traf vor ihren Begegnungen mit Zardari und Ministerpräsident Yousaf Raza Gilani auch mit Armeechef Ashfaq Kayani zusammen.
An Indien, das sie tags zuvor besucht hatte, appellierte Rice zur Zusammenarbeit. "Es hilft nicht, etwas zu tun, dass das Problem verschlimmern und ungewollte Folgen haben könnte." Auch US-Generalstabschef Mike Mullen führte Gespräche in beiden Ländern und rief Pakistan danach auf, gegen Extremisten nicht nur im Grenzgebiet zu Afghanistan vorzugehen, sondern auch in anderen Regionen, womit er auf den Kaschmir-Konflikt anspielte.
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