UN: Die Welt muss am Kampf gegen den Klimawandel festhalten
Posen (Reuters) - Die Weltgemeinschaft muss nach Ansicht der Vereinten Nationen (UN) trotz der Wirtschaftskrise an ihrem Kampf gegen den Klimawandel festhalten.
Es dürfe keine Abkehr von den Klimaschutzzielen geben, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag auf dem Weltklimagipfel im polnischen Posen. "Wir müssen uns die Dringlichkeit dieser Angelegenheit wieder vergegenwärtigen." In der Stadt beraten seit Anfang voriger Woche Vertreter aus 187 Nationen über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das bis Ende des kommenden Jahres in Kopenhagen vereinbart werden soll.
Angesichts der doppelten Herausforderung von Klimaschutz und weltweiter Wirtschaftskrise forderte Ban einen "Grünen New Deal" - ein Begriff, mit dem er auf das US-Investitionsprogramm der 30er Jahre anspielte. "Wir stehen zwei Krisen gegenüber: dem Klimawandel und in der Weltwirtschaft. Aber diese Krisen bieten uns auch eine große Möglichkeit - die Möglichkeit, beide Herausforderungen zeitgleich anzugehen." Ban forderte die USA und die Europäische Union (EU) auf, die Vorreiterrolle in diesem Kampf zu übernehmen.
Die Entscheidungen, die in Brüssel gefällt würden, seien von großer Bedeutung für die ganze Welt, appellierte Ban an die EU-Staats- und Regierungschefs, die am Donnerstag zu einem zweitägigen Gipfel zusammenkamen. "Was wir heute brauchen, ist jemand, der die Führung übernimmt", sagte Ban. Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung sind ein zentrales Thema des EU-Gipfels.
Wegen der Wirtschaftskrise hatte sich zuletzt der Streit über die Umweltauflagen für Industrie und Kraftwerke verschärft. Deutschland und Italien wollen ihre Industriebetriebe davor bewahren, ab 2013 Milliarden Euro für den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid bezahlen zu müssen. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi drohte kurz vor dem Gipfel damit, notfalls ein Veto einzulegen.
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