Festnahmen nach Protesten in Russland wegen Wirtschaftskrise

Sonntag, 21. Dezember 2008, 16:44 Uhr
 

Wladiwostok (Reuters) - In Russland hat die Polizei eine Kundgebung gegen Beschlüsse der Regierung zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise aufgelöst und mehr als 100 Demonstranten festgenommen.

Die Proteste, an denen sich am Sonntag rund 500 Menschen in Wladiwostok an der Pazifikküste beteiligten, richteten sich gegen die Erhöhung von Einfuhrzöllen auf Autos. Russische Medien berichteten von 100 bis 200 Festnahmen, was von den Behörden aber nicht bestätigt wurde.

Die Regierung in Moskau will mit den neuen Zollbestimmungen die unter Absatzsorgen leidende heimische Autoindustrie vor der Konkurrenz aus dem Ausland schützen. In Russlands äußerstem Osten herrscht jedoch eine reger Handel mit Gebrauchtwagen aus Japan, weshalb Autohändler in der Region nun um ihre Existenz fürchten. Die Demonstranten forderten Ministerpräsident Wladimir Putin auf, die Maßnahmen zurückzunehmen. Russland leidet neben den Auswirkungen der Finanzkrise auch unter dem gefallenen Rohölpreis, da das Wirtschaftswachstum im Land bisher vor allem auf dem Export von Gas und Öl basierte.